Bärentraubenblätter: Bei Entzündungen der Harnwege

27. April 2015
Echte Bärentraube

Ech­te Bären­trau­be

Noch eine gefähr­de­te und des­halb geschütz­te Heil­pflan­ze: Die Ech­te Bären­trau­be (Arc­to­sta­phy­los uva ursi). Die Blät­ter der Heil­pflan­ze wer­den bei ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen der ablei­ten­den Harn­we­ge ver­ord­net. Um die Heil­pflan­ze in ihrem Bestand zu schüt­zen, soll­te Apo­the­ken­wa­re für Tees ver­wen­det wer­den. In Deutsch­land besteht Sam­mel­ver­bot.

Die Bären­trau­be mag humus­rei­chen Moor­bo­den oder Hei­de­land. Die immer­grü­ne Heil­pflan­ze ist strauch­ähn­lich und schmiegt sich an den Boden an. Die zar­ten glo­cken­ähn­li­chen Blüt­chen blü­hen von April bis Juni. Aus ihnen erwach­sen im Herbst knall­ro­te Bee­ren, die den Preis­sel­bee­ren ähn­lich sind.

Die Bären­trau­be wur­de volks­me­di­zi­nisch bei Bla­sen- und Nie­ren­lei­den ver­wen­det — heu­te bei ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen der ablei­ten­den Harn­we­ge (sie­he Mono­gra­phie). Die Blät­ter haben bak­te­rio­sta­ti­sche Wir­kung und wer­den zur “Harn­wegs­des­in­fek­ti­on” ver­wen­det. Die Blät­ter ent­hal­ten sehr vie­le Gerb­stof­fen. Wes­halb sie zu Magen­be­schwer­den wie Übel­keit und Erbre­chen füh­ren kön­nen. Lang­fris­ti­ge Anwen­dun­gen sol­len nur in Abspra­che eines Arz­tes durch­ge­führt wer­den.

Bären­trau­ben-Tee wird NUR im Kalt­aus­zug her­ge­stellt. Das ist eine Mög­lich­keit die Wirk- und Heil­stof­fe der Bären­trau­be her­aus­zu­zie­hen, die Gerb­stof­fe aber in den Blät­tern zu belas­sen. Ein übli­cher Tee — heiss über­brüht — ist unge­nieß­bar wegen der Gerb­stof­fe und wür­de die regel­mä­ßi­ge Ein­nah­me erschwe­ren. Um den Pati­en­ten nicht zuviel zuzu­mu­ten wird ein Kalt­aus­zug her­ge­stellt, der trink­bar ist und dann ent­spre­chend auch meh­re­re Tage getrun­ken wer­den kann.

Kalt­aus­zug des Bären­trau­ben­tees: 1 bis 2 Tee­löf­fel getrock­ne­ter Bären­trau­ben­blät­ter aus der Apo­the­ke wer­den mit 1/4 Liter kal­tem Was­ser über­gos­sen, 12–24 Stun­den ste­hen gelas­sen. Es wird ab und zu mal umge­rührt. Dann wer­den die Blät­ter durch ein Sieb abge­gos­sen, der Tee leicht ange­wärmt und 2–3 mal täg­lich getrun­ken. Es bedarf ein wenig der Vor­aus­schau, um für die nächs­ten Tage genü­gend Tee zu haben. Er ist ein wenig arbeits­in­ten­siv aber sehr wirk­sam.

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