Adonisröschen-Kraut bei Herzschwäche

22. April 2015
Adonisröschen im Botanischen Garten

Ado­nis­rös­chen im Bota­ni­schen Gar­ten

Das Ado­nis­kraut (Ado­ni­dis her­ba) ent­hält herz­wirk­sa­me Gly­ko­si­de. Fer­tig­me­di­ka­men­te wer­den mit Wirk­stof­fen des Ado­nis­krauts bei Herz­schwä­che, leicht ein­ge­schränk­ter Herz­leis­tung ver­schrie­ben.

Das Ado­nis­rös­chen gehört in Deutsch­land zu den stark gefähr­de­ten Heil­pflan­zen. Es gibt nur noch weni­ge Plät­ze, wo die­se wun­der­schö­ne Arznei­pflan­ze wach­sen kann. Wegen der inten­si­ven Land­wirt­schaft mit künst­li­cher Dün­gung und aus­ge­prägt wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen bestehen gene­rell kei­ne guten Wachs­tums­be­din­gun­gen für Wild-, Arz­nei-, Heil­pflan­zen. Eini­ge Bota­ni­sche Gär­ten bemü­hen sich um gefähr­de­te Pflan­zen und sor­gen für deren Anbau auf klei­nen Flä­chen. Die­se Bemü­hun­gen sind jedoch wegen der mar­gi­na­len Finan­zie­rung durch die Regierung(en) ein Trop­fen auf dem heis­sen Stein. Und die Lob­bis­ten der Land­wirt­schaft haben ande­re Inter­es­sen als die Gesund­erhal­tung der Böden, Nach­hal­tig­keit oder die Erhal­tung von ein paar “unwich­ti­gen” Wild-, oder Arzei­pflan­zen. Lei­der ver­ödet und ver­armt unser Land dadurch. Umwelt­ver­bän­de schla­gen schon seit vie­len Jah­ren Alarm, weil die­ses Her­an­ge­hen nicht nur die Pflan­zen, son­dern auch die von ihnen abhän­gi­gen Lebe­we­sen wie Insek­ten, Schmet­ter­lin­ge, Vögel kei­ne Über­le­bens­chan­ce mehr haben.

Adonisröschen in freier Natur

Ado­nis­rös­chen in frei­er Natur

Für die Phar­ma­her­stel­ler stellt sich ein beson­de­res Pro­blem: Die beson­de­ren Wachs­tums­be­din­gun­gen des Ado­nis­rös­chens las­sen sich nicht künst­lich schaf­fen, die Inkul­tur­nah­me der Heil­pflan­ze ist nicht mög­lich. Die Beschaf­fung der Ado­nis­kraut-Roh­stof­fe ist folg­lich schwie­rig, da aus­schließ­lich Heil­pflan­zen aus Wild­be­stän­den beschafft wer­den müs­sen. Ein Pro­blem bei Wild­be­stän­den: Stand­ort und Ern­te­zeit­punkt sor­gen für star­ke Schwan­kun­gen bei der Her­stel­lung von Arz­nei­mit­teln. Die­se unter­lie­gen genau­en Stan­dar­di­sie­run­gen. So muss der Gehalt der herz­wirk­sa­men Gly­ko­si­de natür­lich stim­men, wenn sie als wirk­sa­me Arz­nei­en gegen Herz­schwä­che ver­schrie­ben wer­den.

Ado­nis­kraut ist für Selbst­me­di­ka­ti­on nicht geeig­net. Nur Fer­tig­me­di­ka­men­te sor­gen für wirk­sa­me Arzei­en. Tee-Her­stel­lung ist nicht ange­zeigt!

In Deutsch­land gibt es vier Prä­pa­ra­te mit Ado­nis­kraut-Wirk­stof­fen.

Mehr:

Mono­gra­phie Ado­nis­rös­chen-Kraut

Repor­ta­ge: Ado­nis­blü­te im Oder­bruch­tal

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