Ein Prosit auf Hopfen

9. Oktober 2009
Hopfenzapfen - Lupuli flos

Hop­fen­zap­fen — Lupu­li flos

Ohne weib­li­che Hop­fen-Zap­fen (Lupu­li flos) kein Bier. Nur sie ent­hal­ten die nöti­gen Hop­fen­bit­ter­stof­fe, die dem belieb­ten Getränk, je nach pro­zen­tua­lem Zusatz, Bit­ter­keit und den typi­schen Geschmack ver­lei­hen. Hop­fen ent­hält den höchs­ten Gehalt an soge­nann­ten Phy­to-Hor­mo­nen. Das sind Pflan­zen­stof­fe, die bei Tie­ren auf­grund ihrer östro­gen­ar­ti­gen Wir­kun­gen Unfrucht­bar­keit erzeu­gen kön­nen. Ent­wick­lungs­ge­schicht­lich wird ver­mu­tet, dass die Pflan­ze sich damit gegen Fress­fein­de zur Wehr setz­te. Auch beim Men­schen blei­ben die pflanz­li­chen Phy­to­ös­tro­ge­ne nicht ohne Wir­kung: Män­ner, die viel Bier trin­ken bekom­men einen Bauch — einer Schwan­ge­ren ähn­lich. Auch die Ent­wick­lung eines weib­li­chen Busen­an­sat­zes ist bei Viel­trin­kern erkenn­bar.

Kri­ti­ker die­ser The­se behaup­ten schlicht, dass die zuneh­men­de “Ver­weib­li­chung” von Bier­freun­den an der gestei­ger­ten Ener­gie­auf­nah­me liegt (Bier=flüssiges Brot). Und den­noch: Die hohe Wirk­sam­keit liess sich zu Zei­ten, als der Hop­fen noch per Hand gepflückt wur­de, leich­ter nach­voll­zie­hen: Jun­ge Frau­en konn­ten auf­grund des hohen Östro­gen­ge­halts des Hop­fens Zyklus­stö­run­gen bekom­men. Auch die Hop­fen­pflü­cker­krank­heit, die nur wäh­rend der Ern­te beob­ach­tet wur­de, zeugt von den Neben­wir­kun­gen der pflanz­lich-hor­mo­nel­len Wir­kun­gen: Die Frau­en (meis­tens waren nur Frau­en mit der Ern­te beschäf­tigt) lit­ten unter Kopf- und Glie­der­schmer­zen, ent­zünd­li­chen Haut­rö­tun­gen und dem “Hop­fen­au­ge” einer Augen­bin­de­haut­ent­zün­dung und an Schläf­rig­keit.

Hop­fen hat unter ande­rem beru­hi­gen­de (sedie­ren­de) Wir­kun­gen. Ger­ne wird Men­schen, die unter Schlaf­stö­run­gen lei­den, war­mes Bier als Schlafttrunk anem­pfloh­len — wer es mag… Doch hat auch küh­les Bier durch­aus schlaf­för­dern­de Wir­kun­gen. Als alko­hol­freie Alter­na­ti­ven bie­ten sich Tee­mi­schun­gen an. Hop­fen wird wegen der Bit­ter­keit ger­ne mit ande­ren, eben­falls beru­hi­gen­den Heil­pflan­zen zu “Schlaf­tees” ver­mischt.

Wer es mag — hier ein Rezept für puren Hop­f­en­tee: 1–2 Tee­löf­fel Hop­fen­zap­fen mit 150 Mil­li­li­tern (1 gro­ßer Tee­be­cher) heis­sem Was­ser über­brü­hen. 10 Minu­ten abge­deckt zie­hen las­sen, durch ein Sieb absei­hen und vor dem Schla­fen gehen trin­ken.

Bei Schlaf­stö­run­gen sind Ritua­le wich­tig. Die­se zei­gen dem Kör­per an, nun ist Schla­fens­zeit. Dazu kann ein Becher war­mer Hop­f­en­tee gehö­ren oder noch das Lesen beru­hi­gen­der Bett­lek­tü­re. Nicht geeig­net ist Fern­se­hen oder das Lesen von Kri­mis — die machen wie­der wach.

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