Kakao: Speise der Götter

15. Oktober 2013
Kakaobohne

Kakao­boh­ne

Da nun die Herbst­zeit beginnt, hier eine klei­ne Geschich­te zum Kakao oder der Scho­ko­la­de, die uns dunk­le Tage ver­sü­ßen kann: Die Kakao­pflan­ze (Theo­bro­ma cacao)  bedeu­tet über­setzt theós=Gott, broma=Speise, die Spei­se der Göt­ter also.

Colum­bus brach­te die “Man­del­art”, wie er sie bezeich­ne­te, von sei­ner letz­ten Rei­se mit nach Spa­ni­en. Er wuss­te zu berich­ten, dass die­se Frucht so wert­voll sei, dass sie als Zah­lungs­mit­tel von man­chen süd­ame­ri­ka­ni­schen India­ner-Stäm­men benutzt wur­de. Das Wis­sen um das Kakao­ge­tränk der Azte­ken, die es mit Was­ser, Chi­li und Vanil­le anrühr­ten, gelang­te etwas spä­ter nach Euro­pa.

Den Euro­pä­ern war der Was­ser­mix, das aus der Kakao­boh­ne her­ge­stellt wur­de, aller­dings zu bit­ter.  Obwohl sie die anre­gen­de Wir­kung schon zu schät­zen wuss­ten (Theo­bro­min, der Wirk­stoff ist wie Cof­fe­in anre­gend). Mit der Ein­fuhr der Kakao­boh­ne als Luxus­gut im 17. Jahr­hun­dert, beschäf­tig­ten sich zunächst die Küchen der Köni­ge und Adli­gen: Das Was­ser wur­de bald durch Milch oder Sah­ne ersetzt. Hin­zu kamen Zucker und Zimt — gebo­ren war das Kakao­ge­tränk, dass heut­zu­ta­ge mas­sen­haft getrun­ken wird. Doch bis Kakao tat­säch­lich zu einer Mas­sen­wa­re wur­de, ver­gin­gen noch eini­ge Jahr­hun­der­te. Die Gewin­nung von Kakao war teu­er, außer­dem wur­de um die Erzeu­ger­län­der erbit­tert gekämpft. Schließ­lich waren die Güter wie Zimt, Gewürz­nel­ken, Vanil­le, Kakao, Kaf­fee Luxus­gü­ter, mit denen viel Geld ver­dient wer­den konn­te.

Weil eben die­se Pflan­zen auch häu­fig medi­zi­ni­sche Wir­kun­gen zeig­ten, (geis­tig anre­gen­de Wir­kung Kaf­fee oder Kakao, betäu­ben­de Eigen­schaf­ten der äthe­ri­schen Nel­ken­öle) führ­ten Apo­the­ker die­se Heil­pflan­zen in sehr klei­nen Men­gen (18. Jahr­hun­dert). Sie hüte­ten die Pflan­zen wie Schät­ze und gaben sie als Rari­tä­ten an jene ab, die sich dies leis­ten konn­ten. Die Apo­the­ker beob­ach­te­ten die Wir­kun­gen der exo­ti­schen Heil­pflan­zen ent­we­der selbst oder berie­fen sich auf Über­lie­fe­run­gen, die ihnen von den Rei­sen­den, Händ­lern zuge­tra­gen wur­den.

Bei den Mayas soll Kakao bei­spiels­wei­se gegen Durch­fall, Ruhr, Ver­dau­ungs­stö­run­gen oder gegen Schwin­del­ge­füh­le ein­ge­setzt wor­den sein.  Heut­zu­ta­ge wird aus den Kakao­boh­nen haupt­säch­lich Scho­ko­la­de in zahl­lo­sen Vari­an­ten her­ge­stellt. Da die Kakao­boh­nen zum Teil erheb­li­che Qua­li­täts­un­ter­schie­de auf­wei­sen, ist Scho­ko­la­de (oder Kakao) nicht gleich Scho­ko­la­de (bil­li­ge Kakao­boh­nen schme­cken bit­ter und säu­er­lich). Auch die Qua­li­tät der wei­te­ren not­wen­di­gen Zusatz­stof­fe wie Vanil­le, Zucker, Chi­li, Früch­te, Aro­men wird auf das Kakao­end­pro­dukt Ein­fluss neh­men. Dass hat sich seit der Ein­füh­rung des Kakaos nicht geän­dert: Je erle­se­ner und qua­li­tät­vol­ler die Zuta­ten, des­to teu­rer die Scho­ko­la­de. Die Scho­ko­la­de (Kakao) wird heu­te ger­ne als See­len­trös­ter, als glück­se­lig­ma­chen­des Mit­tel geprie­sen. Scho­ko­la­de mit dem vie­len Zucker ist aller­dings eins: Sehr kalo­ri­en­hal­tig (100 Gramm 550 Kcal.)

Azte­ken-Kakao: Zuta­ten: Ein gehäuf­ter Ess­löf­fel ech­tes Kakao­pul­ver (wir wol­len doch die Azte­ken ehren — also kein Nes­quik oder Bil­lig­ka­kao), 1 Mes­ser­spit­ze Chili­pul­ver, 1 Mes­ser­spit­ze Zimt, 1 Ess­löf­fel ech­ten Vanil­len­zu­cker (sie­he Her­stel­lung) und 250 Mil­li­li­ter (etwa 2,5 Tas­sen) Milch (in einen Topf geben und lang­sam anwär­men).

Zube­rei­tung: Das Kakao­pul­ver wird mit den gan­zen Gewür­zen in einer Tas­se ordent­lich ver­mengt. Danach wer­den 5 Ess­löf­fel von der war­men Milch dazu­ge­ge­ben. Nun heisst es rüh­ren, rüh­ren, rüh­ren, damit der Kakao kei­ne klei­nen Klümp­chen bil­det. Wenn die Milch­men­ge nicht aus­reicht, Löf­fel­wei­se mehr Milch rein­ge­ben, bis sich eine fei­ne, sämi­ge Kakao-Milch­mas­se gebil­det hat. Die­se wird in den Topf zu der ande­ren war­men Milch gege­ben — rüh­ren, rüh­ren und kurz erhit­zen. Die Atz­te­ken ver­wen­de­ten kei­nen Zucker — schon der Vanil­len­zu­cker ist ein Zuge­ständ­nis an unse­re Trink­ge­wohn­hei­ten.

Mehr über die medi­zi­ni­sche Wir­kung:

Kakao­s­a­men

Kakao­s­cha­len

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