Nachtkerzenöl: Hilfe bei Neurodermitis

9. September 2011
Nachtkerze (Oenothera biennis)

Nacht­ker­ze (Oeno­t­he­ra bien­nis)

Neu­ro­der­mi­tis (ato­pi­sche Der­ma­ti­tis) ist quä­lend. Nicht nur für die Betrof­fe­nen selbst. Gera­de wenn Babys oder Klein­kin­der betrof­fen sind, lei­den die Eltern mit. Von Wis­sen­schaft­lern wird ger­ne auf erb­li­che Ver­an­la­gung hin­ge­wie­sen, die unter ande­rem zur Aus­bil­dung von all­er­gi­schen Reak­tio­nen füh­ren kann. Auch psy­chi­scher Stress, schä­di­gen­den Umwelt­ein­flüs­se, Unver­träg­lich­kei­ten von Nah­rungs­mit­teln, mecha­ni­sche Haut­rei­ze wer­den als aus­lö­sen­de Mög­lich­kei­ten betrach­tet. Doch: Die Ursa­chen von Neu­ro­der­mi­tis sind nicht wirk­lich erforscht. Wes­halb sich Eltern von betrof­fe­nen Kin­dern weder Vor­wür­fe noch beson­de­re Gedan­ken machen soll­ten. Sicher ist es oft­mals schwie­rig, die Ruhe zu bewah­ren. Alle Betei­lig­ten sind in einem Lern­pro­zess: Es gilt die Erkran­kung anzu­neh­men, und zu ver­su­chen, Mit­tel zur Lin­de­rung zu fin­den.

Ein Mit­tel könn­te Nacht­ker­zen­öl (Ole­um oeno­t­herae semen) sein.  Es wird aus den Samen der Nacht­ker­ze (Oeno­t­he­ra bien­nis) gewon­nen. Das Öl ent­hält Lin­ol­säu­re und einen hohen Anteil der mehr­fach unge­sät­tig­ten Gam­ma-Lin­o­len­säu­ren. Nacht­ker­zen­öl kann zur inne­ren (Kap­seln) und äuße­ren (dünn auf­ge­tra­ge­nes Öl oder Sal­be) Anwen­dung kom­men*. Die The­ra­pie rich­tet sich nach der jewei­li­gen Erkran­kungs­pha­se. Im chro­ni­schen Ver­lauf geht es dar­um, der tro­cke­nen, schup­pig erschei­nen­den Haut zu hel­fen. Neu­ro­der­mi­ti­sche Haut hat einen ver­letz­ten Säu­re­man­tel, auch ist meis­tens die Talg­se­kre­ti­on her­ab­ge­setzt. Was zur Fol­ge hat, dass die Haut emp­find­li­cher auf äuße­re Rei­ze reagiert. Eben­so ist der Infek­ti­ons­schutz der Haut erschwert. In der chro­ni­schen Neu­ro­der­mi­tis-Pha­se wird durch das Nacht­ker­zen­öl eine rück­fet­ten­de Haut­pfle­ge und damit eine Sta­bi­li­sie­rung der Haut ins­ge­samt ver­sucht. In einer akti­ven Neu­ro­der­mi­tis-Pha­se kom­men Kor­ti­son­sal­ben zum Ein­satz, um die ent­zünd­li­chen Pro­zes­se ein­zu­däm­men.

Juck­reiz mit Rötung bis hin zur Krus­ten­bil­dung der Haut sind furcht­ba­re Beschwer­den, die mit einem hohen Lei­dens­druck ver­bun­den sind. Erwach­se­nen Betrof­fe­nen (selbst betroffenen/ Ange­hö­ri­gen) kann der Besuch einer Selbst­hil­fe­grup­pe hel­fen, das per­sön­li­che Lei­den zu ver­ar­bei­ten. Auch der Erfah­rungs­aus­tausch kann hilf­reich sein: Sich anhö­ren, was ande­re bezüg­lich Ernäh­rungs­um­stel­lung (Ver­zicht auf All­er­gie-Aus­lö­ser z.B. Milch­ei­weiss), Diä­ten oder Ent­span­nungver­fah­ren aus­pro­biert haben, oder was viel­leicht sogar zur Bes­se­rung bei­getra­gen hat.

* Wie bei allen pflanz­li­chen Mit­teln brau­chen die Nacht­ker­zen­öl-Anwen­dun­gen eine Min­dest­dau­er von 4–6 Wochen, um zu wir­ken.

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