Wild-Apfel: Baum des Jahres 2013

12. September 2013
Nicht nur makellose Äpfel sind lecker

Nicht nur makel­lo­se Äpfel sind lecker

Apro­pos Apfel: Äpfel gehö­ren zu dem ältes­ten Kul­tur­sor­ten über­haupt. Sie wach­sen über­all auf der Welt. Es soll welt­weit 30.000 Sor­ten geben, in Deutsch­land viel­leicht 4.000, so heisst es in Schät­zun­gen. Der Wild-Apfel wur­de von einer Stif­tung zum Baum des Jah­res 2013 gekürt. Stif­tun­gen ver­su­chen ja seit Län­ge­rem auf beson­de­re Pflan­zen, Bäu­me, Tie­re und ihrer Bedro­hung auf­merk­sam zu machen, indem z.B. die Heilfplan­ze des Jah­res XYZ aus­ge­ru­fen wird. Dem Wild-Apfel geht es genau­so.

Wild­äp­fel wach­sen in Hecken auf dem Lan­de und sind schon allein von der inten­siv betrie­be­nen Land­wirt­schaft bedroht. Land­wir­te rei­ßen aller Ver­nunft zum Trotz die Hecken raus, weil sie dann mit den immer grö­ßer wer­den­den land­wirt­schaft­li­chen Maschi­nen rie­si­ge Flä­chen schnel­ler und effek­ti­ver bear­bei­ten kön­nen. In Schles­wig-Hol­stein, dem Land zwi­schen den Mee­ren, wo tra­di­tio­nell star­ker Wind weht und sorgt der Wind ohne­hin für Boden­ero­sio­nen.  Klar, wenn die Hecken als Wind­schutz raus­ge­ris­sen wer­den, weht auch für die Bewoh­ner ein stär­ke­rer Wind. Außer­dem ist man­chen Schles­wig-Hol­stei­nern end­lich klar gewor­den, dass mit dem Hecken-Ver­lust auch ein Ver­lust an Vögeln und Kleinst­le­be­we­sen ein­her­geht. Ten­den­ti­ell gibt es ja ohne­hin schon mehr Vögel in den Städ­ten, weil sie dort mehr Fut­ter fin­den und auch Nist­plät­ze. Klei­ne Bun­des­län­der wie Schles­wig-Hol­stein, die auch einen stark tou­ris­ti­schen Ein­kunfts­zweig haben, müs­sen auf­pas­sen, damit die länd­li­che Idyl­le, mit der ger­ne gewor­ben wird, nicht qua­si davon­fliegt. Span­nend ist, ob sich die Bewoh­ner durch­set­zen kön­nen. Aber in einem Wahl­kampf­jahr könn­te das viel­leicht auch The­ma sein?

Apfelvielfalt nutzen

Apfel­viel­falt nut­zen

Eine wei­te­re Mög­lich­keit sich für den Erhalt von viel­fäl­ti­gen Apfel­obst­sor­ten ein­zu­set­zen wäre, sich beim Kauf nicht nur von den makel­lo­sen, geruchs­frei­en Apfel­sor­ten im Super­markt “ver­füh­ren” zu las­sen. Ich fin­de das Sor­ti­ment in den Super­märk­ten immer ziem­lich über­sicht­lich. Von den 30.000 Sor­ten lie­gen dort gera­de­mal drei bis fünf Sor­ten und dann meis­tens auch noch aus Neu­see­land, Aus­tra­li­en oder Süd-Ame­ri­ka. Muss das sein? Äpfel, die aus Über­see her­ge­flo­gen wer­den, haben eine extrem schlech­te Kli­ma­bi­lanz, weil sie per Flug­zeug kom­men und das Kli­ma extrem belas­ten. Wenn es im Win­ter “Flugana­nas” aus Cos­ta Rica gibt oder Wein aus Süd­afri­ka, ver­zich­te ich meis­tens aus sel­bi­gen Grün­den. Doch “Flug­äp­fel” zu kau­fen wider­strebt mir extrem. Zumal es auf den Bau­ern­märk­ten in Ber­lin vie­le regio­na­le Anbie­ter mit duf­ten­den, lecke­ren und viel­fäl­ti­gen Apfel­sor­ten gibt. Die mögen dann zwar nicht immer so makel­los wie ihre Schwes­tern aus den Super­märk­ten sein. Aber sie duf­ten wenigs­tens noch nach Apfel und schme­cken saf­tig! Was macht dann ein klei­ner brau­ner Fleck? Kon­su­men­ten kön­nen wäh­len — nicht nur im Wahl­jahr, son­dern bei jedem Kauf und dann dabei auch noch die regio­na­le Wirt­schaft unter­stüt­zen.

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