Cayennepfeffer gegen Schmerzen

18. November 2012

Chi­li­pfef­fer, syn. Cayenne­pfef­fer

Cayenne­pfef­fer (Cap­si­cum fru­tescens) ist nicht nur zum Wür­zen schar­fer Spei­sen zu gebrau­chen. Der Haupt­wirk­stoff Cap­sai­cin ist eine pflanz­li­che Wirk­sub­stanz zur äuße­ren Anwen­dung gegen Schmer­zen. Es wird zum Bei­spiel als Sal­be oder Pflas­ter (Fer­tig­prä­pa­rat aus der Apo­the­ke) auf schmer­zen­de Stel­len wie dem Schul­ter-Nacken auf­ge­tra­gen. Das Cap­sai­cin, so noch die gegen­wär­ti­gen Theo­ri­en, wirkt auf die Ner­ven und ver­mag zu errei­chen, dass bestimm­te Signal­stof­fe nicht mehr gebil­det wer­den.

Nach dem Auf­tra­gen von cap­sai­cin­hal­ti­gen Pro­duk­ten tritt nach einem anfäng­li­chen Wär­me­ge­fühl eine Schmerz­lin­de­rung ein. Cap­sai­cin wirkt auch ent­zün­dungs­hem­mend, juck­reiz­lin­dernd und wegen sei­ner Wär­me­bil­dung durch­blu­tungs­för­dernd. Sie wer­den ange­wandt, um Schul­ter-Nacken-Beschwer­den zu lin­dern oder Ver­span­nun­gen ent­lang der Wir­bel­säu­le zu lösen.

Einen wei­te­ren Ein­satz­be­reich haben cap­sai­cin­hal­ti­gen Pro­duk­te bei Arthro­se, Erkran­kun­gen des rheu­ma­ti­schen For­men­krei­ses oder auch bei Pso­ria­sis vul­ga­ris (Schup­pen­flech­te). Wich­tig ist, die Cas­pai­cin-Pro­duk­te nicht auf geschä­dig­te (ein­ge­ris­se­ne, schor­fi­ge, noch nicht ver­heil­te) Haut auf­zu­tra­gen! Denn dann bewirkt die Sal­be Gegen­tei­li­ges. Anstatt zu hel­fen, wird sie den Schmerz ver­tie­fen und kann auch Schä­den anrich­ten.

Wer Über­emp­find­lich­kei­ten gegen schar­fe Papri­ka­zu­be­rei­tun­gen gene­rell hat, soll­te Vor­sicht wal­ten las­sen und erst mit klei­nen Dosie­run­gen auf klei­nen Flä­chen die eige­ne Reak­ti­on erpro­ben: Ein Klecks auf Fin­ger und groß­flä­chig ver­rei­ben reicht zunächst aus. Dann min­des­tens fünf Minu­ten vers­tei­chen las­sen und die Wir­kung über­prü­fen. Erst dann mehr neh­men, aber auch das nur spar­sam. Denn eine groß­flä­chi­ge, groß­zü­gi­ge Anwen­dung kann dazu füh­ren, dass die Haut knall­rot, bren­nend reagiert und schmer­zen kann. Dies ist nicht gewünscht! Auf mar­zia­li­sche Anwen­dun­gen soll­te drin­gend ver­zich­tet wer­den, weil die Wir­kung auch sechs bis acht Stun­den anhal­ten kann. Es geht hier um den Hei­lungs­reiz, nicht dar­um mit einer Anwen­dung sämt­li­che Schmer­zen sofort besei­ti­gen zu wol­len. Und: Bei der Anwen­dung von cap­sai­cin-Prä­pa­ra­ten darf kei­ne zusätz­li­che Wär­me (z.B. Wärm­fla­sche) zuge­führt wer­den, denn die Wir­kung kann sich ins Unan­ge­neh­me ver­stär­ken.

Natür­lich darf eben­falls nichts in die Augen gelan­gen (selbst mit ein­ge­salb­ten Fin­gern nicht in die Nähe der Aug­äp­fel, denn schon das kann Rei­zun­gen her­vor­ru­fen). Nicht zuletzt: Schmer­zen sind ein Warn­si­gnal. Bei chro­ni­schen Schul­ter-Nacken-Ver­span­nun­gen bei­spiels­wei­se kön­nen die Prä­pa­ra­te zeit­wei­lig Lin­de­rung brin­gen. Doch wer dort immer­wäh­ren­de Schmer­zen hat, soll­te der Ursa­che auf den Grund gehen und die­se lang­fris­tig besei­ti­gen. Bei Schul­ter-Nacken-Ver­span­nun­gen emp­fiehlt sich bei­spiels­wei­se in die Rücken­schu­le zu gehen und ande­re Sitz­wei­sen zu erler­nen, Mus­kel­auf­bau zu betrei­ben, um gera­der sit­zen zu kön­nen, ohne die Pro­blem­zo­nen wei­ter zu belas­ten. Ergo­no­mi­sche Arbeits­plät­ze (Stüh­le, Höhe der Arme und Blick­win­kel zum Bild­schirm soll­ten über­prüft wer­den) hel­fen, wie regel­mä­ßi­ger Sport oder Übun­gen um die Mus­kel­par­ti­en zu ent­span­nen. Eben­so soll­te bedacht wer­den, dass Stress die Schul­tern (zur Abwehr) nach oben zie­hen kann. Lang­an­hal­ten­der Stress ist eben­falls nicht gesund auf Dau­er.

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