Hamamelis: Die besondere Heilpflanze

16. Januar 2010
Hamamelisblüten im Schnee - Hamamelis viginiana

Hama­me­lis­blü­ten im Schnee — Hama­me­lis vigi­nia­na

Die Hama­me­lis (Hama­me­lis vigi­nia­na) blüht allem Eis, Schnee oder Käl­te zum Trotz. Die schö­ne Win­ter­blü­he­rin rollt bei tie­fen Tem­pe­ra­tu­ren ihre Blü­ten­blät­ter zusam­men und über­steht mit die­ser Stra­te­gie Minus­gra­de unbe­scha­det. Die Zau­ber­nuss, wie sie auch genannt wird, stammt urprüng­lich aus Nord­ame­ri­ka und Ost­asi­en. Die Rin­de und die Blät­ter der Heil­pflan­ze ent­hal­ten Wirk­stof­fe mit zusam­men­zie­hen­den, ent­zün­dungs­hem­men­den Eigen­schaf­ten. Des­halb sind ihre Extrak­te in vie­len Pro­duk­ten der Kos­me­tik­in­dus­trie zu fin­den. So bei­spiels­wei­se in Rasier- oder Gesichts­wäs­sern, um die Haut nach einer Rasur oder einer Kos­me­tik­be­hand­lung wie­der zu beru­hi­gen und even­tu­el­len Kei­men kei­ne Ent­zün­dungs­mög­lich­keit zu bie­ten.

Der Hama­me­lis-Ein­satz ist  auch bei leich­ten Haut­ver­let­zun­gen (Schnitt­wun­den), Ent­zün­dun­gen der Haut oder auch Schleim­häu­ten wie bei l e i c h t e n Krampf­ader­be­schwer­den sinn­voll. Im Win­ter kann in der Apo­the­ke Hama­me­lis­was­ser gekauft wer­den, dass aus Was­ser­dampf­de­stil­lat her­ge­stellt wur­de. Das Hama­me­lis­was­ser kann ent­we­der unver­dünnt oder im Ver­hält­nis 1:3 (1 Teil Hama­me­lis­was­ser 3 Tei­le Was­ser) ver­wen­det wer­den, um zum Bei­spiel Umschlä­ge bei Krampf­ader­be­schwer­den zu machen.

Bei­spiel Umschlag: 1 Lei­nen­tuch (zum Bei­spiel ein Geschirr­hand­tuch) wird mit Hama­me­lis­was­ser getränkt. Dazu kön­nen zum Bei­spiel 100 Mil­li­li­ter Hama­me­lis­was­ser und 300 Mil­li­li­ter kal­tes Was­ser in eine klei­ne Schüs­sel gege­ben wer­den. Das Lei­nen­tuch wird dar­in ein­ge­taucht, aus­ge­wrun­gen und dann über die Krampf­adern (kei­ne offe­nen Stel­len oder Wun­den!) gelegt. Ein nor­ma­les Frot­tee­hand­tuch wird zusätz­lich dar­um gelegt. Das Bein wird mit dem Umschlag min­des­tens 20 Minu­ten hoch­ge­legt. Danach kann der Umschlag ein­fach abge­nom­men wer­den. Der Hama­me­li­s­um­schlag kann drei mal täg­lich wie­der­holt wer­den.

Abko­chung: Statt eines Extrak­tes aus der Apo­the­ke kön­nen eben­falls Abko­chun­gen ver­wen­det wer­den, um Umschlä­ge zu machen. Dafür kön­nen aus der Apo­the­ke auch getrock­ne­te Rin­de und Blät­ter von Hama­me­lis­pflan­zen gekauft wer­den. Für eine Abko­chung sind  20 Gramm Rinde/Blätter nötig. Sie wer­den in 500 Mil­li­li­tern (1/2 Liter) Was­ser in einen Topf gege­ben und min­des­tens 20 Minu­ten lang gekocht. Der Sud wird durch ein Sieb geseiht und abge­kühlt. Der Umschlag erfolgt dann wie oben beschrie­ben.

Spü­lun­gen: Die Anga­ben der obi­gen Abko­chung oder Ver­wen­dung eines Hama­me­lis-Extrak­tes kön­nen auch bei ent­zün­de­tem Zahn­fleisch ein­ge­setzt wer­den. 4–7 mal täg­lich wird der Mund damit aus­ge­spült — immer alles wie­der aus­spu­cken! Auch ent­zün­de­te Pickel oder gerö­te­te, emp­find­li­che Haut­stel­len sind mit Hama­me­lis-Sud oder -Extrak­ten gut behan­del­bar.  Die Pickel oder Haut­stel­len wer­den dazu häu­fi­ger am Tag mit einem fri­schen Wat­te­stäb­chen oder fri­schem Wat­te­bauch betupft. Der Extrakt oder die Abko­chung kann am Mor­gen ein­mal für den gan­zen Tag bereit gestellt und wäh­rend des Tages benutzt wer­den. Die Abko­chung soll­te am bes­ten jeden Tag neu her­ge­stellt wer­den.

Wer apo­the­ken­un­ab­hän­gig sein möch­te, kann sich auch einen Hama­me­lis-Strauch in den Gar­ten pflan­zen. Ach­tung: Es muss ein ech­ter Hama­me­lis-Strauch sein! Mitt­ler­wei­le wer­den ver­schie­de­ne Varie­tä­ten ver­kauft (mit län­ge­ren Blü­ten­blät­tern zum Bei­spiel). Doch nur die ech­te Hama­me­lis­pflan­ze hat die wah­ren Heil­wir­kun­gen. Sie benö­tigt einen son­ni­gen Stand­ort und nähr­stoff­rei­chen wie feuch­ten Boden.  Im Früh­jahr wer­den fri­sche Blät­ter und klei­ne Zwei­ge gepflückt (sie eig­nen sich auch frisch zur Her­stel­lung von Abko­chun­gen) und getrock­net. Dazu wer­den sie in einem tro­cke­nen Raum aus­ge­legt und lang­sam getrock­net. Wenn sich die Blät­ter tro­cken knis­ternd zwi­schen den Fin­gern zer­rei­ben las­sen, kön­nen Blät­ter wie Zwei­ge (vor­her in klei­ne Stück­chen zer­schnei­den) in ein dunk­les Glas ver­wahrt wer­den. Die selbst­be­rei­te Dro­ge soll­te inner­halb eines Jah­res auf­ge­braucht wer­den.

Im Früh­jahr oder Som­mer kön­nen auch die fri­schen Hama­me­lis­blät­ter abge­zupft wer­den oder auch klei­ne Zwei­ge für eine Abko­chung abge­ern­tet wer­den.

Mehr:

Mono­gra­phie

Hama­me­lis: Super-Haut-Toni­kum

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