Scharfe Chilis: Medizin und Gewürz

7. November 2009
Chilischoten - Capsicum frutenscens

Chi­li­scho­ten — Cap­si­cum fru­tens­cens

Die­se gebün­del­ten Chi­li­scho­ten (Cap­si­cum fru­tescens) kön­nen eine höl­li­sche Schär­fe in sich haben. Am Geschmack — wenn denn von einem Geschmack gespro­chen wer­den kann — schei­den sich die Geis­ter. Die einen mögen es heiss. Ande­re gewin­nen dem beis­sen­den Geschmack nichts ab, weil eher das Gefühl ent­steht, die Schleim­häu­te wer­den weg­ge­ätzt. Das Bren­nen wird nur durch Milch­pro­duk­te abge­mil­dert — also Joghurt, Milch oder Spei­se­eis. Ver­mut­lich bin­det Kasein die Schär­fe. Alko­hol oder Was­ser hin­ge­gen, ver­stär­ken das Bren­nen. Die Schär­fe wird auch medi­zi­nisch genutzt: Zur Bekämp­fung von Schmerz.

Der beis­sen­de, schleim­haut­rei­zen­de Effekt des Cap­sai­cins wird als pflanz­li­cher Wirk­stoff Sal­ben und Tink­tu­ren zuge­setzt. Haupt­an­wen­dungs­ge­bie­te sind schmerz­haft Mus­kel­ver­span­nun­gen oder Hexen­schuss. Wird die Cap­sai­cin-Sal­be GANZ DÜNN auf die Haut getra­gen, reizt der Wirk­stoff schon nach ein paar Minu­ten die Haut. Rötun­gen und Schwel­lun­gen ent­ste­hen, die Blut­ge­fä­ße in den betrof­fe­nen Regio­nen erwei­tern sich, Blut strömt ein, wohl­tu­en­de Wär­me ent­steht. Wis­sen­schaft­ler neh­men an,  dass das Cap­sai­cin auch auf die Ner­ven Ein­fluss nimmt. Indem in den ein­ge­salb­ten Gebie­ten die Ner­ven kei­ne Signal­stof­fe mehr aus­sen­den, wird der Schmerz unter­bro­chen. Die Sal­ben­wir­kung hält für eini­ge Stun­den an. Vor­sicht bei der Anwen­dung: Viel hilft in die­sem Fal­le nicht viel, son­dern kann zu sehr unan­ge­neh­men Haut­rei­zun­gen füh­ren, die eben­falls mit dem Gefühl des Ver­bren­nens ein­her­ge­hen. Des­halb die Sal­be tat­säch­lich zunächst sehr dünn auf­tra­gen. Lie­ber spä­ter wie­der­ho­len. Die Sal­ben und Tin­ku­ren haben sich eben­so bei Ner­ven­schmer­zen von Dia­be­ti­kern oder zur Behand­lung von Gelenk­rheu­ma­tis­mus bewährt.

Die obi­gen Chi­li­scho­ten kön­nen im Bund im Novem­ber und Dezem­ber auf Wochen­märk­ten oder in Lebens­mit­tel­lä­den gekauft wer­den. Sie wer­den im Bund getrock­net (kopf­über an einem war­men Ort auf­hän­gen und durch­trock­nen las­sen bis sie sich knis­ternd zer­rei­ben las­sen). Sie haben dann min­des­tens eine ein­jäh­ri­ge Halt­bar­keit und kön­nen bei Bedarf abge­pflückt und als Gewürz ver­wen­det wer­den. Beim Wür­zen ist eben­so auf­zu­pas­sen: Ist erst­mal zu viel Gewürz im Topf, lässt sich dies nicht durch “Ver­län­ge­rung” mit Sah­ne oder Was­ser behe­ben. Die Schär­fe bleibt. Des­halb also zunächst eine Vier­tel Scho­te oder eine hal­be pro­bie­ren. Bei der Wür­zung wird nur die getrock­ne­te Frucht ver­wen­det, die weis­sen Samen wer­den ent­fernt.

Und: Men­schen mit Magen-Darm­be­schwer­den oder chro­nisch ent­zünd­li­chen Darm­er­kran­kun­gen müs­sen Chi­li­scho­ten mei­den. Chi­li reizt den Darm und kann einen Toi­let­ten­gang zur Qual machen. Denn ein Alka­lo­id (kris­tal­li­ner, stick­stoff­hal­ti­ger Natur­stoff) des Chi­lis kann die rek­ta­le Schmerz­emp­fin­dung des End­dar­mes um ein Viel­fa­ches erhö­hen.

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1 Kommentar zu „Scharfe Chilis: Medizin und Gewürz“

  1. frodo sagt:

    kamil­le ist ein Super­kraut. Es heilt prak­tisch alles. ich trin­ke Kamil­le bei den lei­ses­ten Magen­be­schwer­den, bei Blä­hun­gen. Wenn ich beim Zahn­arzt war und mir das Zahn­fleisch vom Malt­rie­ren weh tut. Ich habs immer im Schrank und es wird nie älter als ein Jahr!