Spargel — wassertreibend

18. April 2011
Spargel (Asparagus officinalis)

Spar­gel (Aspa­ra­gus offi­ci­na­lis)

Spar­gel­zeit: Lecker, sagen die einen, der ist ein unbe­ding­tes Muss! Spar­gel (Aspa­ra­gus offi­ci­na­lis) mit fri­schen Kar­tof­feln und Hol­lan­dai­se oder Schin­ken — ein Fest­essen! Ande­re kön­nen dem eher faden bis leicht süß­lich schme­cken­dem Gemü­se nichts abge­win­nen. Sie mögen eben­so wenig den typi­schen Spar­gel-Geruch rie­chen. Die­ser kann schon eine hal­be Stun­de nach dem Ver­zehr auf dem Klo auf­tre­ten. Die durch­schla­gen­den Wir­kung ver­weist auf die volks­tüm­li­che Bedeu­tung des Spar­gels: Die Ent­wäs­se­rung (Diure­se).

Das Gemü­se stei­gert näm­lich die Nie­ren­tä­tig­keit und för­dert damit die Was­ser­ausschei­dun­gen. Frü­her wur­de das blas­se Gemü­se auch als Ent­wäs­se­rungs­mit­tel zum Bei­spiel zur Behand­lung von Herz­er­kran­kun­gen mit Was­ser­an­samm­lun­gen in den Bei­nen ein­ge­setzt. Doch die nur zeit­wei­se Ver­füg­bar­keit und vor allem die vie­len ande­ren diure­tisch wir­ken­den Heil­pflan­zen lie­ßen den Spar­gel als Heil­mit­tel bedeu­tungs­los wer­den. Übri­gens ent­steht nicht bei allen Spar­gel-Essern der typi­sche Urin-Geruch: Bei der Ver­stoff­wech­se­lung des Spar­gels, der auch Schwe­fel­ver­bin­dun­gen auf­weist, gibt es Unter­schie­de. Angeb­lich bestimmt ein Gen über die Art der kör­per­li­chen Ver­ar­bei­tung des Spar­gels: Die eine Hälf­te der Men­schen hat das Gen (dann stinkts), die ande­re nicht.

Spar­gel wird am häufgs­ten als blas­ser “Stän­gel” ver­kauft. Die Bläs­se rührt daher, dass der Spar­gel, bevor er das Licht der Welt erblickt, “gesto­chen” wird. Bevor der Stän­gel an die Ober­flä­che gelangt, um dann in zar­ten Ver­äs­te­lun­gen aus­zu­trei­ben, wird er abge­ern­tet. Der etwa 20–30 cm lan­ge erd­be­deck­te Stän­gel wird frei­ge­legt und abge­schnit­ten und vor­sich­tig in Kis­ten geschich­tet. Spar­gel­ste­chen ist schwe­re, kör­per­li­che Hand­ar­beit — daher der rela­tiv hohe Preis. Wer sich über die Prei­se beklagt, soll­te sich ein­mal als Spar­gel­ste­cher ver­su­chen. Das Spar­gel­ern­ten geht auf die Kno­chen und den Rücken. Auch die Arbei­ten vor der Ern­te sind arbeits­in­ten­viv: So zum Bei­spiel das Anhäu­feln der Erde zu den typi­schen Spar­gel­hü­geln, deren Pfle­ge oder das Wäs­sern des “Gour­met-Gemü­se­se” trägt zu den Kos­ten bei.

Wenn der Spar­gel schon soweit aus der Erde schaut, wie auf dem Foto, ist es für die meis­ten pro­fes­sio­nel­len Spar­gel­ste­cher schon zu spät. Auf regio­na­len Märk­ten, die den Spar­gel frisch lie­fern, wird der weis­se Spar­gel gelie­fert. Der grü­ne Spar­gel kommt eher aus der ent­fern­te­ren Gebie­ten.

Mehr:

Mono­gra­phie Spar­gel­kraut

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