Unkräuter genießbar?

29. Mai 2009
Giersch

Giersch

Brenn­nes­sel, Giersch, Vogel­mie­re, Gän­se­blüm­chen — hmm lecker sagen Gour­mets. Wie bit­te? Fra­gen sich Gärt­ner und mei­nen, sich ver­hört zu haben. Denn bis­her haben vie­le Gärt­ner die genann­ten Pflan­zen eher unter die Kate­go­rie Unkraut abge­legt. Das heisst Bren­nes­sel und vor allem Giersch mit sei­nem unka­putt­mach­ba­ren Wur­zel­ge­flecht wur­de bis­her mit allen Mit­teln bekämpft. Seit eini­gen Jah­ren fin­det jedoch ein Umden­ken statt.

Zum einen jagen Trend­kö­che neu­en Geschmacks­rich­tun­gen hin­ter­her. Des­halb ist flüs­si­ge Scho­ko­la­de zum Fisch durch­aus nicht mehr undenk­bar, son­dern gilt in man­chen Krei­sen als beson­ders ange­sagt… Zum ande­ren bie­ten Wild­kräu­ter ursprüng­li­che, natür­li­che Geschmacks­rich­tun­gen. Wer sich also in die soge­nann­te Wild­kräu­ter­kü­che begibt, kann man­cher­lei posi­ti­ve Über­ra­schun­gen erle­ben: Wild­kräu­ter haben einen inten­si­ve­ren Geschmack als die gezüch­te­ten Gar­ten­pflan­zen. Außer­dem bie­ten sie zum Teil unge­wöhn­li­che Geschmacks­va­ri­an­ten: Vogel­mie­re schmeckt kna­ckig mit kaum einem Eigen­ge­schmack. Knob­lauch­rau­ke macht ihrem Namen alle Ehre, sie schmeckt tat­säch­lich nach Knob­lauch nur sehr viel fei­ner. Sie passt in fast jeden Salat und ist für einen aro­ma­ti­schen Toma­ten­sa­lat der Hit. Brenn­nes­sel als Sup­pe ist wirk­lich gewöh­nungs­be­dürf­tig. Eine Sup­pe mit größ­ten­teils Brenn­nes­sel­blät­tern schmeckt eher wie Gras. Aber auf der Basis einer Gemü­se­brü­he, erwei­tert mit einer Kar­tof­fel, Zwie­beln und Sah­ne ergibt sich eine sehr appe­tit­li­che Mischung. Nicht zuletzt kann Brenn­nes­sel mit Giersch ver­mengt wer­den oder mit Sauer­amp­fer. Beim Sauer­amp­fer ist es ähn­lich: Eine Sup­pe nur aus Sauer­amp­fer ist grenz­wer­tig säu­er­lich, kom­bi­niert mit ande­ren Kräu­tern wie­der­um köst­lich.

Der eige­nen Krea­ti­vi­tät sind kei­ne Gren­zen gesetzt — allein der eige­ne Geschmack oder Vor­lie­ben zäh­len. Wer zu Beginn zunächst vor­sich­tig aus­pro­biert und lang­sam das Sor­ti­ment erwei­tert, kann mit viel Freu­de jedes Jahr eine neu­es Kraut ent­de­cken. Aller­dings: Neu­lin­ge soll­ten sich ein Pflan­zen­be­stimm­buch zule­gen. Denn man­che Wild­kräu­ter haben gif­ti­ge, ähn­lich aus­se­hen­de Vet­tern!

Repor­ta­gen und Rezep­te aus der Wild­kräu­ter­kü­che unter:

www.heilpflanzen-welt.de/natuerlich/index.htm

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