Beinwell — eine wundheilende Wurzel

4. Juni 2009
Beinwell - Symphytum officinale

Bein­well — Sym­phy­tum offi­ci­na­le

Bein­well (Sym­phy­tum offi­ci­na­le) oder Bein­wohl: Der Name ist Pro­gramm. Die wis­sen­schaft­li­che, über­setz­te Bedeu­tung des Namens ist “zusam­men­wach­sen”. Es deu­tet auf kno­chen­hei­len­de Wir­kung hin, die die Alt­vor­de­ren durch Beob­ach­tung aus­mach­ten. Moder­ne Phar­ma­ko­lo­gen bestä­tig­ten Wirk­stof­fe, die neue Kno­chen­bil­dung (Kal­lus) för­dern.

Die Phar­ma­ko­lo­gen fan­den das soge­nann­te All­an­toin, einen Wirk­stoff, dem die Wund­hei­lung zuge­ord­net wird. Außer­dem sind die Wur­zeln reich an Cho­lin einem Vit­amin-B-Kom­plex. Es erwei­tert die Blut­ge­fäs­se der Haut und begüns­tigt somit die Durch­blu­tung. All­an­toin und Cho­lin spie­len folg­lich in genia­ler Form zusam­men. Wirk­stof­fe aus der Bein­well-Wur­zel gibt es als  Sal­ben in Apo­the­ken zu kau­fen. Haupt­an­wen­dun­gen sind die äuße­re Behand­lung mit Sal­ben (nur auf intak­te Haut, nicht bei Schwan­ger­schaft) von Quet­schun­gen, Zer­run­gen oder Prell­lun­gen.

Wer kei­ne Sal­be kau­fen möch­te, kann Bein­well-Anwen­dun­gen auch sel­ber machen. Dazu wer­den etwa 100 Gramm fri­scher Bein­well­wur­zel benö­tigt. Die Wur­zel wird aus­ge­gra­ben, mit einer Gemü­se­bürs­te gut gerei­nigt, klein geschnit­ten und auf 1 Liter Was­ser gekocht. Etwa 5 Minu­ten lang. Dann wird der Sud durch ein fei­nes Sieb gegos­sen.

ABGEKÜHLTE Umschlä­ge wer­den bei Prel­lun­gen, Ver­stau­chun­gen, Blut­ergüs­sen, Seh­nen­schei­den- und Mus­kel­ent­zün­dun­gen oder Kno­chen­brü­chen ange­wandt: Dazu wird ein Lei­nen­tuch in den Sud getaucht, aus­ge­wrun­gen und um das zu behan­deln­de Gelenk gelegt. Anschlie­ßend wird ein tro­cke­nes Hand­tuch dar­um gewi­ckelt. Etwa eine hal­be Stun­de am Gelenk las­sen. Die Anwen­dung ist 3–5 mal pro Tag sinn­voll.

WARME Umschlä­ge wer­den bei Rheu­ma, Gicht und Arthro­se ange­wandt. (Glei­ches Pro­ze­de­re wie oben)

Bein­well-Wur­zel-Tink­tur:

Her­stel­lung: Bein­well­wur­zeln wer­den aus­ge­gra­ben, mit der Gemü­se­bürs­te gut gerei­nigt und zer­klei­nert. Eine dunk­le, weithal­si­ge Fla­sche wird bis zu einem Drit­tel mit den klein­ge­schnit­te­nen Wur­zeln gefüllt. Auf­ge­füllt wird die Fla­sche anschlie­ßend mit gutem Obst­ler. Sie wird 3–4 Wochen an einen son­ni­gen oder hel­len Ort (Fens­ter­bank) gestellt. Ab und zu wird der Inhalt leicht geschüt­telt. Nach spä­tes­tens 4 Wochen wer­den die Wur­zeln durch ein Sieb abge­seiht. Der Inhalt kommt zurück in die dunk­le Fla­sche.

Anwen­dung: Die Tink­tur eig­net sich zum äußer­li­chen Ein­rei­ben von Rheu­ma, Gicht , Bän­der­zer­run­gen, Prel­lun­gen oder Gelenk­schmer­zen. Men­schen mit Para­don­to­se kön­nen die Tink­tur auch zur Mund­spü­lung neh­men. Auf ein hal­bes Glas Was­ser kom­men fünf Trop­fen Bein­well-Tink­tur. Nur spü­len, nicht trin­ken!

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5 Kommentare zu „Beinwell — eine wundheilende Wurzel“

  1. Max sagt:

    Von wo kann man die gan­ze Wur­zel bestel­len bzw. kau­fen? Ich wur­de noch nicht fün­dig.

    MfG, Max

  2. Marion sagt:

    lei­der gibt es die Wur­zel nicht zu kau­fen. Ich habe sie zumin­dest noch nir­gends im Ange­bot gese­hen. Gar­ten­be­sit­zer kön­nen Bein­well leicht anbau­en. So haben sie immer etwas parat. Viel­leicht gibt es Freun­de, die Bein­well im Gar­ten haben und was abge­ben? Da die Pflan­ze unter guten Bedinun­gen sich schnell aus­brei­tet, müs­sen die meis­ten im Herbst die Pflan­ze sowie­so begren­zen, d.h. aus­gra­ben. Gute Gar­ten­händ­ler haben die Pflan­ze auch. Pflan­zen-Ver­sand­han­del? Sor­ry, dass ich nichts ande­res mit­tei­len kann!

  3. Helga sagt:

    Im Kräu­ter­la­den kann man getrock­ne­te Bein­well­wur­zel kau­fen. Am bes­ten macht man sich aber im Som­mer auf die Suche in der frei­en Natur. (Wald­rän­der, Wald­lich­tun­gen) Lohnt sich wirk­lich. Man erkennt den Bein­well gut an sei­nen pel­zi­gen gro­ßen Blät­tern und den typi­schen Blü­ten. Dann im Novem­ber bei Voll­mond vor Son­nen­auf­gang aus­gra­ben. Man kann wun­der­ba­re, äußerst heil­kräf­ti­ge Sal­be aus den Wur­zeln her­stel­len.

  4. Alfred sagt:

    Echt das Foto ist ja wun­der­bar, ABER blü­hen tun die meis­ten Pflan­zen in unse­rern Brei­ten­gra­den eben im Früh­jahr, also ist die Blüh­te ehe für die Katz, eine gan­ze Pflan­ze wäre super gewe­sen. Ich such auch nach der Arni­ka, aber eben die Blüht auch im Früh­jahr wie fast alles, aus­gra­ben ist abso­lut ver­bo­ten, wo sonst bekommt man die Arni­ka, ist eben­falls Heil­pflan­ze, wür­de sogar den Gar­ten umge­stal­ten, eben für die­se Arni­ka, Dan­ke

  5. Marion Kaden sagt:

    ja Bein­well blüht eher im Mai und Arni­ka steht wegen ihrer Sel­ten­heit unter abso­lu­tem Natur­schutz. Ich habe mit dem Pflan­zen und Samen­han­del Rühlemann’s aus­ge­zeich­ne­te Erfah­run­gen gemacht. Die sind schnell und zuver­läs­sig. An Arni­ka habe ich mich noch nicht ver­sucht, die braucht ja sehr spe­zi­el­le Wachs­tums­be­din­gun­gen. So braucht die Berg-Arni­ka erst­mal sau­ren Boden. Der muss erst­mal geschaf­fen wer­den. Hier der Link mit wei­te­ren Infos:
    http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/Pflanzen-und-Saatgut/Abelie-Augentrost/Arnika/Berg-Arnika-Pflanze?c=210
    Viel Erfolg!