Zucker: Ein Stoffwechsel-Gift

Zucker­rohr, eine Grund­la­ge der Zuckerherstellung.

Zucker ist in aller Mun­de und das täg­lich. Zucker wird immer noch als Nah­rungs­mit­tel dekla­riert, dabei ist Zucker nicht nur schäd­lich für die Zäh­ne, son­dern bewirkt Über­ge­wicht, und vie­le ande­re Zivi­li­sa­ti­ons­er­kran­kun­gen. Die meis­ten Men­schen sind sich ihres eige­nen Zucker­kon­sums nicht bewußt. Doch es ist höchs­te Zeit, einen Augen­merk dar­auf zu len­ken. Denn Zucker ist weder ein ’nor­ma­les’ Lebens- oder Genuss­mit­tel, son­dern ein star­kes Stoff­wech­sel-Gift. Als sol­ches gehört es  aus­ge­wie­sen und in Lebens­mit­teln z. B. für Kin­der unbe­dingt verboten.

Wis­sen­schaft­ler hat­ten Anfang des Jah­res in JAMA, einer renom­mier­ten ame­ri­ka­ni­schen Medi­zin­zeit­schrift ihre Stu­die ver­öf­fent­licht. Dar­in emp­feh­len sie, dass Frau­en höchs­tens 23 Gramm Zucker täg­lich, Män­ner 38 Gramm zu sich neh­men soll­ten (mehr in die­sem Arti­kel). Erst ganz lang­sam wird die Gefähr­lich­keit des Zucker­kon­sums in den Medi­en ver­brei­tet. Kein Wun­der, die gan­ze mäch­ti­ge Lebens­mit­tel­in­dus­trie nutzt die­ses ‘Lebens­mit­tel’ und macht gigan­ti­sche Umsät­ze. Was wür­de pas­sie­ren, wenn die Men­schen nicht mehr so dick wären, kei­ne Diät­pro­duk­te (die statt Fett viel Zucker ent­hal­ten) mehr bräuchten?

Im Fol­gen­den eine Pres­se­aus­sendung von Top-Fit-Gesund, der Ber­li­ner Medi­zin­re­dak­ti­on, der auch ich ange­hö­re. Und wen es inter­es­siert, am Ende eine Aus­wahl aktu­el­ler Studien:

(Ber­lin, 23. Okto­ber 2014).  Zucker macht dick. Dar­über besteht kein Zwei­fel. Aber schuld ist nicht die vie­le Energie,die im Zucker che­misch gebun­den ist. Schuld ist, dass Zucker ein star­kes Stoff­wech­sel-Gift ist, er also im Kör­per toxisch wirkt. Die­se Gif­tig­keit von Zucker ist schon lan­ge bekannt [1] und ver­ur­sacht zum Bei­spiel Zucker­krank­heit [2], Krebs [3, 4], Demenz [5], töd­li­che Herz­kreis­lauf-Erkran­kun­gen [6] und vie­les mehr.*

Doch die Gif­tig­keit (Toxi­zi­tät) einer chro­ni­schen Über­zu­cke­rung (Hyper­glyk­ämie) durch hohe Zucker­auf­nah­me übers Essen und Trin­ken beein­flusst nicht nur das Gleich­ge­wicht der Zucker- und Ener­gie­re­gu­la­ti­on (Glu­ko­se-Homöo­sta­se). Son­dern es kommt durch wei­te­re kom­ple­xe „Ver­gif­tungs­re­ak­tio­nen“ auch zum welt­wei­ten Gesund­heits­pro­blem Num­mer 1 — Über­ge­wicht (Adi­po­si­tas) [7, 8]. Der che­mi­sche Auf­bau der auf­ge­nom­me­nen Zucker ist dabei weit­ge­hend egal (zum Bei­spiel ver­ur­sacht auch Frucht­zu­cker (Fruk­to­se) Über­ge­wicht [9]). Ent­schei­dend ist, ob Zucker Lebens­mit­teln künst­lich zuge­setzt wird (was bei bis zu 50–80% aller Pro­duk­te der Lebens­mit­tel­in­dus­trie der Fall ist) oder ob auf künst­li­che Zucker­zu­sät­ze weit­ge­hend ver­zich­tet wird, wie von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO schon seit lan­gem emp­foh­len wird [10].

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Quel­len:
[1] Ros­set­ti L, Giac­ca­ri A, DeFron­zo RA: Glu­co­se toxi­ci­ty. Dia­be­tes Care. 1990 Jun;13(6):610–30.
[2] Ros­set­ti L: Glu­co­se toxi­ci­ty: the impli­ca­ti­ons of hyper­gly­ce­mia in the patho­phy­sio­lo­gy of dia­be­tes mel­li­tus. Clin Invest Med. 1995 Aug;18(4):255–60.
[3] Fuchs MA, Sato K, Nied­zwiecki D, Ye X, Saltz LB, May­er RJ, Mowat RB, Whit­tom R, Han­tel A, Ben­son A, Ati­en­za D, Mes­si­no M, Kind­ler H, Venook A, Ogi­no S, Wu K, Wil­lett WC, Gio­van­nuc­ci EL, Mey­er­hardt JA: Sugar-sweeten­ed bevera­ge inta­ke and can­cer recur­rence and sur­vi­val in CALGB 89803 (Alli­ance). PLoS One. 2014 Jun 17;9(6):e99816.
[4] Muel­ler NT, Ode­gaard A, Ander­son K, Yuan JM, Gross M, Koh WP, Perei­ra MA: Soft drink and juice con­sump­ti­on and risk of pan­crea­tic can­cer: the Sin­ga­po­re Chi­ne­se Health Stu­dy. Can­cer Epi­de­mi­ol Bio­mar­kers Prev. 2010 Feb;19(2):447–55.
[5] Cao D1, Lu H, Lewis TL, Li L: Inta­ke of sucro­se-sweeten­ed water indu­ces insu­lin resis­tance and exa­cer­ba­tes memo­ry defi­ci­ts and amy­lo­i­do­sis in a trans­ge­nic mou­se model of Alz­hei­mer dise­a­se. J Biol Chem. 2007 Dec 14;282(50):36275–82.
[6] Yang Q, Zhang Z, Gregg EW, Fland­ers WD, Mer­ritt R, Hu FB: Added Sugar Inta­ke and Car­dio­vas­cu­lar Dise­a­ses Mor­ta­li­ty Among US Adults. JAMA Intern Med. 2014 Apr;174(4):516–24.
[7] Har­ring­ton S: The role of sugar-sweeten­ed bevera­ge con­sump­ti­on in ado­le­s­cent obe­si­ty: a review of the lite­ra­tu­re. J Sch Nurs. 2008 Feb;24(1):3–12.
[8] Mark Hyman: The Blood Sugar Solu­ti­on 10-Day Detox Diet: Acti­va­te Your Body’s Natu­ral Abili­ty to Burn Fat and Lose Weight Fast. Hod­der & Stough­ton, Lon­don, 2014.
[9] Bray GA, Niel­sen SJ, Pop­kin BM: Con­sump­ti­on of high-fruc­to­se corn syrup in bever­a­ges may play a role in the epi­de­mic of obe­si­ty. Am J Clin Nutr. 2004 Apr;79(4):537–43.
[10] Joint WHO/FAO Expert Con­sul­ta­ti­on (2002: Gen­e­va, Switz­er­land): Diet, nut­ri­ti­on and the pre­ven­ti­on of chro­nic dise­a­ses. WHO tech­ni­cal report series; 916. Genf, 2013 (ISBN 92 4 120916 X).
[11] Len­nerz BS, Als­op DC, Hol­sen LM, Stern E, Rojas R, Ebbe­ling CB, Gold­stein JM, Lud­wig DS: Effects of die­ta­ry gly­ce­mic index on brain regi­ons rela­ted to reward and cra­ving in men. Am J Clin Nutr. 2013 Sep;98(3):641–7.