Acker­schach­tel­halm-Jau­che selbermachen

Ackerschachtelhalm
Acker­schach­tel­halm

Der Acker­schach­tel­halm (Equi­se­tum arven­se) ist der Schre­cken vie­ler Gärt­ner. Sie bekämp­fen ihn oft mit che­mi­schen Mit­teln. Weil der Acker­schach­tel­halm oder sei­ne Ver­wand­ten schon 300 Mil­lio­nen Jah­ren die Erde besie­deln, ist er ein wah­rer Über­le­bens­künst­ler und läßt sich so leicht nicht ver­ban­nen. Sei­ne Wur­zeln lässt er in einem lan­gen Netz unter der Erde wach­sen. Wer­den sie raus­ge­ris­sen, ver­bleibt min­des­ten ein Stück­chen Wur­zel in der Erde, wor­aus wie­der eine präch­ti­ge Pflan­ze erwächst.

Acker­schach­tel­halm ist also nicht so leicht unter­zu­krie­gen. Anstatt ihn nun zum per­sön­li­chen Feind zu erklä­ren, könn­te ein Umden­ken ein Gärt­ner-Leben nicht nur leich­ter machen, son­dern auch berei­chern. Denn der Acker­schach­tel­halm hat vie­le wich­ti­ge Inhalts­stof­fe, die ihn nicht nur zu einer geschätz­ten Heil­pflan­ze für den Men­schen machen. Der Acker­schach­tel­halm hält Kie­sel­säu­re, Mine­ral­stof­fe, Spu­ren­ele­men­te und eine Rei­he orga­ni­scher Säu­ren vor.

Ackerschachtelhalm in Nahaufnahme
Acker­schach­tel­halm in Nahaufnahme

Damit wird Acker­schach­tel­halm-Jau­che zu einem groß­ar­ti­gen Vor­beu­ge- und Bekämp­fungs­mit­tel gegen Pilz­krank­hei­ten. Das Her­stel­len von eige­ner Acker­schach­tel­halm-Jau­che braucht ein biss­chen Zeit. Aber es lohnt sich, denn dann steht ein bil­li­ges, sehr wirk­sa­mes und natür­li­ches Mit­tel für den Gar­ten zur Verfügung.

Es sind zwei Arbeits­gän­ge nötig:

  1. Der Acker­schach­tel­halm wird vom Boden abge­knipst, auf Zei­tun­gen aus­ge­legt und in einem tro­cke­nen Raum getrocknet.
  2. Rezept Her­stel­lung Acker­schach­tel­halm-Jau­che: 1 Kilo getrock­ne­te Schach­tel­halm­we­del wer­den in 100 Liter Was­ser ange­setzt, täg­lich umge­rührt (bis sich so ein Wir­bel ent­wi­ckelt), etwa 3 Wochen ste­hen gelas­sen. Am Ende wird die Jau­che abge­siebt. Wer weni­ger Jau­che her­stel­len will nimmt weni­ger im genann­ten Ver­hält­nis. Wich­tig ist, dass kei­ne Metall­wan­nen ver­wen­det wer­den, son­dern Gefä­ße aus Holz, Kunst­stoff, Stein­gut oder Ton. Am bes­ten eig­net sich zum Ansatz Regenwasser.

Ver­dün­nung: Die ver­go­re­ne, fer­ti­ge Jau­che wird 1:20 ver­dünnt mit Was­ser bei Pilz­be­fall. Ach­tung: Noch gären­de Jau­che wird 1:50 verdünnt!

Quel­le: Pflan­zen­saft gibt Pflan­zen Kraft, pflanz­li­che Gieß- und Spritz­mit­tel für den Gar­ten. Abtei Ful­da, 2007.

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3 Gedanken zu „Acker­schach­tel­halm-Jau­che selbermachen“

  1. Acker­schach­tel­halm wur­de frü­her ver­wen­det, um z.B. Zinn­ge­schirr zu säu­bern oder ande­re Metal­le. Es gibt also eine che­mi­sche Inter­ak­ti­on — viel­leicht mit der reich­lich vor­han­de­nen Kie­sel­säu­re, die beim Put­zen gewünscht ist. 

    Beim Anset­zen der Jau­che sol­len jedoch die wert­vol­len Bestand­tei­le wie die Kie­sel­säu­re, Mine­ra­li­en ent­hal­ten blei­ben, um in das Was­ser und damit in die Jau­che über­zu­ge­hen. Des­halb der Ansatz in Plas­tik-Eimern bei­spiels­wei­se. Holz­ei­mer haben heu­te ja die wenigsten :).

  2. Hal­lo, Bei der Her­stel­lung einer Schach­tel­halm Jau­che wird emp­foh­len kei­ne Metall­wan­ne zu benut­zen. War­um nicht?
    Vie­len Dank für Ihre Antwort.

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