Acker­schach­tel­halm (Zinnkraut)-Wickel nach Maria Tre­ben

 

Acker­schach­tel­halm-Vor­be­rei­tung

Mei­ne Nach­ba­rin, 88jährig, schwört auf die Maria-Tre­ben-Rezep­tu­ren, die sie regel­mä­ßig ein­setzt. Sie hat eine ker­ni­ge Gesund­heit und führt ihre guten Blut­wer­te  auf die Schwe­den­kräu­ter zurück, die sie täg­lich nimmt. Kürz­lich such­te ich nach Leber­wi­ckeln und fand Bemer­kun­gen dazu bei Maria Tre­ben [1]. Doch kei­ne Anga­ben zur Durch­füh­rung. Die Nach­ba­rin wuss­te Rat. Im Nach­fol­gen­den wird die Durch­füh­rung eines Acker­schach­tel­halm-Kraut-Leber­wi­ckels nach ihren Anga­ben gezeigt:

Ackerschachtelhalm im Topf-Einsatz
Topf mit Ein­satz

Ein gro­ßer Topf wird knapp mit Was­ser befüllt. Die Höhe des Was­sers wird von der Boden­hö­he des Ein­sat­zes bestimmt. Das Was­ser darf den Boden des Ein­sat­zes nicht benet­zen. Auf dem Foto ist ein Schnell­koch­topf-Ein­satz zu sehen, der zweck­ent­frem­det wor­den ist. Er hat klei­ne “Füß­chen”, die etwa 1,5 cm hoch sind (1 cm hoch ist das Was­ser). Dann wird getrock­ne­tes Acker­schach­tel­halm-Kraut (Equi­se­tum arven­se), bekann­ter unter dem Namen Zinn­kraut, etwa 1 Zen­ti­me­ter hoch in den Ein­satz gege­ben. Schön gleich­mä­ßig ver­tei­len. Das Acker­schach­tel­halm-Kraut soll­te in der Apo­the­ke gekauft wer­den (vor­her fra­gen, woher die Ware stammt!). “Bloß kei­ne Ware aus Chi­na! Die ist ver­gif­tet!”, warn­te die Nach­ba­rin aus­drück­lich. Tat­säch­lich haben die Chi­ne­sen wegen ihrer unglaub­li­chen Umwelt­ver­schmut­zung ver­gif­te­te Böden. Ich stimm­te mit der Nach­ba­rin über­ein, dass Heil­kräu­ter aus Chi­na kei­ne Ver­wen­dung fin­den soll­ten. Ein Leber­wi­ckel dient der Anre­gung der Leber, die in ihren ent­gif­ten­den Tätig­kei­ten unter­stützt wer­den soll — gif­ti­ge Heil­kräu­ter wären also beson­ders schäd­lich.

getrocknetes Ackerschachtelhalm-Kraut
getrock­ne­tes Acker­schach­tel­halm-Kraut

Dann wird das Was­ser erhitzt. Was­ser­dampf steigt auf und durch­feuch­tet das getrock­ne­te Acker­schach­tel­halm-Kraut (sie­he Start­fo­to). Wenn es kom­plett durch­ge­feuch­tet ist, wird es ent­we­der mit Hil­fe eines Löf­fels auf ein Lei­nen­tuch gelegt (oder vorich­tig geschüt­tet). Vor­sicht: Das Gan­ze ist sehr heiss.

 

Heißes Ackerschachtelhalm-Kraut auf Leinentuch
Acker­schach­tel­halm-Kraut auf einem Lei­nen­tuch

Bei der Durch­feuch­tung hat sich Was­ser im Acker­schach­tel­halm ange­sam­melt. Das Lei­nen­tuch wird qua­dra­tisch über dem Zinn­kraut zusam­men­ge­fal­tet. Anschlie­ßend wird das Was­ser aus­ge­drückt. Auch hier Vor­sicht! Der ange­feuch­te­te Acker­schach­tel­halm wird auf die Leber gelegt, wenn er eine hand­war­me Tem­pe­ra­tur hat. Die Leber liegt endet unter­halb des rech­ten, letz­ten Rip­pen­bo­gens. Dort­hin wird der Wickel gelegt. Dann wird ein altes Hand­tuch längst drei­fach gefal­tet und über den Wickel und den gan­zen Ober­bauch gelegt. Den Abschluss bil­det eine Wärm­fla­sche, die dafür sorgt, dass der Wickel min­des­tens eine Stun­de lang warm bleibt.

Fertiger Ackerschachtelhalm-Kraut-Wickel
zusam­men­ge­fal­te­tes Tuch
Wickel auf die Leber legen
Fer­ti­ger Acker­schach­tel­halm-Wickel auf die Leber legen

So lan­ge soll­te der Wickel min­des­tens auf­lie­gen. Tre­ben emp­fiehlt den Leber­wi­ckel mor­gens und abends zu machen. Dem Rat, ihn auch zur Nacht anzu­le­gen, kann ich nicht fol­gen. Denn Leber­wi­ckel sind anre­gend. Das heisst, es kann kein Schlaf gefun­den wer­den. Bei Kran­ken emp­fiehlt sich also eher den Nach­mit­tag zu neh­men, damit die Leber zur Nacht zur Ruhe kom­men kann. Für die Wickel soll­ten alte Lei­nen- oder Hand­tü­cher ver­wen­det wer­den. Der feuch­te Acker­schach­tel­halm ist stark fär­bend. Lei­nen- oder Hand­tuch bekom­men grü­ne Fle­cken, die auch bei Koch­wä­sche nicht mehr her­aus­ge­hen. Das glei­che gilt natür­lich für die Bett­wä­sche oder den Schlaf­an­zug.

Quel­le: [1] Tre­ben, M: Gesund­heit aus der Apo­the­ke Got­tes. Ver­lag Wil­helm Enns­tha­ler, Steyr (13. Auf­la­ge) 1983.

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4 Gedanken zu „Acker­schach­tel­halm (Zinnkraut)-Wickel nach Maria Tre­ben“

  1. Wie lang muss das gan­ze im Dampf­bad sein? Nach einer hal­ben Stun­de waren die Kräu­ter trotz stän­di­gem Wen­den noch immer tro­cken und nicht weich.

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  2. Dan­ke für die Nach­fra­ge:
    Wie Sie oben auf dem Bild sehen, habe ich Acker­schach­tel­halm als getrock­ne­te Ware von Kräu­ter­küh­ne ver­wen­det. Die ist geschro­tet, ganz dünn wie Tee. Des­halb hat der Was­ser­dampf nicht lan­ge gebraucht, um die Ware zu durch­feuch­ten.

    Nun weiss ich nicht, was für Schach­tel­halm Sie ver­wen­det haben? Fri­schen aus dem Gar­ten. Da wird es sicher­lich Unter­schie­de geben. Damit habe ich kei­ne Erfah­rung. Wenn Sie aber ent­we­der Apo­the­ken­wa­re neh­men oder Ware von zer­ti­fi­zier­ten Kräu­ter­häu­sern, bekom­men Sie obi­ges Ergeb­nis.
    freund­li­che Grü­ße Mari­on Kaden

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  3. Fri­sche Kräu­ter haben eine höhe­re Wir­kung als getrock­ne­te. Nach Mög­lich­keit von einem unge­spritz­ten Wachs­tumsort sam­meln und nicht ent­lang der Bahm­schie­nen, wo Zinn­kraut am häu­figs­ten wächst. Das Dämp­fen des frisch geern­te­ten Zinn­krauts, wenn es in einem Sieb auf Was­ser­dampf gege­ben wird, dau­ert zwi­schen 5 und 10 min. Dann ist das Kraut zusam­men gefal­len und fer­tig für einen Duns­tumschlag, wel­cher über Nacht auf­ge­bracht auch hilf­reich bei Fer­sen­sporn ist.

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  4. Guten Tag

    Kann ich den auch bei Seh­nen­ent­zün­dung anwen­den? Kann ich den Schach­tel­halm auch halt ein­le­gen und danach auf­le­gen?

    Vie­len Dank

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