Bei­fuss: Trock­nen für den Gänsebraten

Beifuß - Artemisia vulgaris
Bei­fuß — Arte­mi­sia vulgaris

Bei­fuß (Arte­mi­sia vul­ga­ris) ist den meis­ten nur als Unkraut bekannt. Bei­fuß blüht Ende Juli/ August — es ist Sam­mel­zeit für das Heil­kraut. Die obe­ren Blü­ten­spit­zen wer­den abge­schnit­ten und in klei­nen Bün­deln zum Trock­nen auf­ge­hängt. Wenn das Kraut knis­ternd, tro­cken zwi­schen den rei­ben­den Fin­gern zer­fällt, wird es in ein dunk­les Glas gefüllt. Dies könn­ten also schon Vor­be­rei­tun­gen für die Weih­nachts­gans sein, die dann in die­sem Jahr mit selbst­ge­sam­mel­tem Kraut ange­macht wird.

Wenn im Win­ter das Glas geöff­net wird, ver­brei­tet sich ein wür­zi­ger Duft nach äthe­ri­schen Ölen. Bei­fuß ent­hält aro­ma­ti­sche Bit­ter­mit­tel, die den Gal­len­fluss anre­gen und damit die Ver­dau­ung ankur­beln. So liegt die fet­te Weih­nachts­gans nicht mehr schwer im Magen und Darm.

Bei­fuß wird im Volks­mund auch als “der klei­ne Bru­der des Wer­muts” bezeich­net. Folg­lich kann auch Bei­fuß als “Darm-Anre­gungs-Tee” getrun­ken wer­den (sie­he Wer­mut). Dazu wird ein Tee­löf­fel Bei­fuß in einen gro­ßen Becher gege­ben. Mit hei­ßem Was­ser auf­ge­füllt. Abge­deckt mit einem Tel­ler zie­hen gelas­sen, abge­seiht und drei­mal täg­lich schlück­chen­wei­se getrun­ken. Bei­fuß ist sehr bit­ter und steht dem Wer­mut in keins­ter Wei­se nach.

In Chi­na und Japan wird Bei­fuß täg­lich in gro­ßen Men­gen ver­wen­det: Bei der Moxi­bus­ti­on, einem bedeu­ten­den, tra­di­tio­nel­len Heil­ver­fah­ren. Die Moxi­bus­ti­on besteht im Abbren­nen von Bei­fuß-Kügel­chen. Ihre Her­stel­lung besteht durch Zer­sto­ßen von getrock­ne­tem Bei­fuß­kraut, Ver­men­gung mit Was­ser und zuletzt For­mung in Bei­fuß-Kugeln. Sie haben etwa einen Durch­mes­ser von einem bis zwei Zen­ti­me­ter. Die noch­mals getrock­ne­ten Bei­fuß-Kugeln wer­den schließ­lich auf Aku­punk­tur­na­deln gesteckt und abge­brannnt. Die ent­ste­hen­de Hit­ze ver­stärkt die Heilwirkung.

Ein­ge­weih­te sehen im Bei­fuss das wich­tigs­te Heil­kaut für Hei­ler und Scha­ma­ne. Mehr unter:

Bei­fuß — das Kraut der Magi­er und Schamane

Heil­pflan­zen-Räu­che­run­gen

3 Gedanken zu „Bei­fuss: Trock­nen für den Gänsebraten“

  1. Hal­lo,

    Bei­fuss-Tee schmeckt mei­ner Mei­nung nach über­haupt nicht bit­ter, son­dern ange­nehm aro­ma­tisch. Tee aus fri­schen Trieb­spit­zen fin­de ich noch lecke­rer als den aus getrockneten.

    Ich trin­ke auch Wer­mut-Tee, der wirk­lich sehr bit­ter schmeckt. Bei­fuss-Tee schmeckt ganz anders.

    Vie­le Grüße!

  2. I would like some bei­fuss for goo­se roast. The way I remem­ber from many years ago when my mother fixed this, it was dried sprigs with the dried flowers. Can you plea­se tell me whe­re I can buy this in the USA?

  3. klas­se. ich bin noch nicht dar­auf gekom­men, im Som­mer an die Weih­nachts­gans zu den­ken. Stimmt aber. irgend­wie ist der Gedan­ke mit der Vor­rats­hal­tung ver­lo­ren gegan­gen in Zei­ten von Tief­kühl­tru­hen und immer ver­füg­ba­rem. Aber wer macht sich die Arbeit des selbst­trock­nens? Gibt es hier jemanden?

Kommentare sind geschlossen.