Fro­he Weih­nach­ten 2019 mit Weih­rauch & Myr­rhe

Melchor, einer der Heiligen Drei Könige
Mel­chor, einer der Hei­li­gen Drei Köni­ge

Ich wün­sche allen treu­en Lese­rin­nen und Lesern mei­nes Blogs ein besinn­li­ches, fro­hes Weih­nachts­fest! Ich dan­ke für die Beglei­tung, Kom­men­ta­re oder Hin­wei­se, die immer will­kom­men sind. Denn es ist die Inter­ak­ti­on, die so einen Blog bele­ben und moti­vie­ren, wei­ter zu machen. Das Foto zeigt einen der hei­li­gen drei Köni­ge: Es ist Mel­chi­or, der König aus Nubi­en und Ara­bi­en. Er über­brach­te dem Christ­kind Gold. Kas­par, König von Tha­ris und der Insel Egrys­kul­la schenk­te Myr­rhe. Bal­ta­sar, der König von Godo­li­en brach­te kost­ba­ren Weih­rauch mit.

Wich­ti­ge Heil­pflan­zen. Weih­rauch fehlt in kei­nem katho­li­schen oder ortho­do­xen Got­tes­dienst. Denn die Räu­che­run­gen des Weih­rau­ches eröff­nen den Zugang zu geis­ti­gen Welt. Etwas, wie ich fin­de, was dem Pro­tes­tan­tis­mus lei­der voll­kom­men abgeht. Der wür­zig, ein­dring­li­che Geruch des Weih­rauchs (Bos­wel­lia sacra) bie­tet den Gläu­bi­gen eine wei­te­re Ebe­ne des Erle­bens: Nicht nur das Hören der Pre­digt, der Gesän­ge oder das sehen­de Teil­neh­men am Got­tes­dienst spie­len eine Rol­le, son­dern auch der Geruchs­sinn wird ange­spro­chen. Alle Sin­ne sind betei­ligt. Doch nicht nur das. Weih­rauch ist ein gött­li­cher Wohl­ge­ruch. Er wur­de schon im Alter­tum ver­wen­det galt als Zei­chen gött­li­cher Nähe.

In der Offen­ba­rung 8,4 heißt es: Aus der Hand des Engels stieg der Weih­rauch mit den den Gebe­ten der Hei­li­gen zu Gott empor.

Weih­rauch ist zudem eine kost­ba­re und alte Heil­pflan­ze. In der indisch-ayur­ve­di­schen Medi­zin ist Weih­rauch ein viel ein­ge­setz­tes Arz­nei­mit­tel. Es ist qua­si ein All­heil­mit­tel für Blut- wie Haut­er­kran­kun­gen, Dia­be­tes, Krämp­fen vagi­na­lem Aus­fluss und vie­lem mehr. Vor allem hat Weih­rauch Bedeu­tung als beglei­ten­des Rheu­ma­mit­tel, Schmerz lin­dern­des oder anti­mi­kro­biel­les Mit­tel oder zur Unter­drü­ckung immu­no­lo­gi­scher Reak­tio­ne (bei chro­ni­schen Erkran­kun­gen von Bedeu­tung). In der west­li­chen Welt hat Weih­rauch kei­ne gro­ße Bedeu­tung. Es gibt jedoch Her­stel­ler, die z.B. stan­dar­di­sier­ten Weih­rauch-Extrakt her­stel­len, der dann bei eben jenen chro­ni­schen Erkran­kun­gen wie Rheu­ma, Mor­bus Chron, Colits, Gas­tri­tis, Asth­ma Bro­nicha­le mit Erfolg ein­ge­setzt wer­den. [1,2]

Myr­rhe war im Alter­tum ein kost­ba­res Gewürz, des­sen sich wegen sei­nes Prei­ses und sei­ner Kost­bar­keit Köni­ge bedien­ten. Es wur­de zum Ein­bal­sa­mie­ren von Lei­chen, Par­fü­mie­ren von Klei­dung oder als Zusatz von wür­zi­gem Wein ver­wen­det.

In Johan­nes 19, 39–40 heisst es: Es kam auch Niko­de­mus, der frü­her ein­mal Jesus bei Nacht auf­ge­sucht hat­te. Er brach­te eine Mischung aus Myr­rhe und Aloe, etwa ein­hun­dert Pfund. Sie nah­men den Leich­nam Jesu und umwi­ckel­ten ihnn mit Lei­nen­bin­den, zusam­men mit woh­rie­chen­den Sal­ben, wie es beim jüdi­schen Begräb­nis Sit­te ist.

Myr­rhe wur­de schon in der ägyp­ti­schen Medi­zin zur Behand­lung von Wun­den und Geschwü­ren ver­wen­det (es för­dert sich neu bil­den­des Bin­de­ge­we­be, wel­chen dann zum Nar­ben­ge­we­be über­geht). Zudem wirkt es des­in­fi­zie­rend und zusam­men­zie­hend. Die heu­ti­ge Medi­zin nutz Myr­rhe-Tink­tu­ren z.B. wegen des zusam­men­zie­hen­den Effek­tes bei loka­len Behand­lun­gen und leich­ten Ent­zün­dun­gen der Rachen- und Mund­schleim­haut [3].

Besinnliche Weihnachten und ein segensreiches Neues Jahr
Besinn­li­che Weih­nach­ten und ein segens­rei­ches Neu­es Jahr!

Und nun noch ein­mal in eige­ner Sache: Das all­jähr­li­che Weih­nachts­fest mit der Geburt des Christ­kin­des stellt einen Neu­an­fang dar. Ein Neu­an­fang läßt Altes end­gül­tig hin­ter sich, bringt Hoff­nung, neue Ideen und viel­leicht den Mut, end­lich Wün­sche, Träu­me, Wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen für sich selbst umzu­set­zen. Möge in die­sem Sin­ne das Neue Jahr segens­reich und hoff­nungs­voll, freu­dig begin­nen!

Möge es auch im Sin­ne der Heil­pflan­zen etwas bewir­ken. Erin­nern wir uns: Heil­pflan­zen sind ein Geschenk Got­tes. In jeder Heil­pflan­ze lie­gen Hei­lun­gen und Chan­cen für die Men­schen. In jeder Heil­pflan­ze, die auf­grund von Kli­ma, Umwelt­zer­stö­rung, einer dena­tu­ri­sier­ten Natur kei­nen Lebens­raum mehr fin­det oder gar voll­kom­men ver­schwin­det, ver­ge­ben wir einen gro­ßen Schatz, kön­nen die gött­li­chen Bot­schaf­ten der Heil­pflan­zen nicht mehr ent­schlüs­seln. Oder was am schlimms­ten ist, wir kön­nen sie nie­mals mehr für uns nut­zen.

Mögen wir auf­wa­chen und end­lich etwas tun!

Quel­len:

[1,3] Schil­cher H., Kam­me­rer S., Wege­ner T.: Leit­fa­den Phy­tohe­ra­pie. Urban & Fischer, Mün­chen, Jena (3. Aufl.), 2007.

[2] Fritz Zil­ly GmbH: Aktu­el­le Weih­rauch­for­schung. Wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­stand. Baden-Baden, 2002.

Mehr:

Weih­rauch: Ein Fest für die Sin­ne

Weih­rauch in den Rau­näch­ten

Weih­rauch für die Got­tes­be­geg­nung

Myr­rhe Mono­gra­phie

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