Safran: Teu­ers­tes Gewürz kommt aus Grie­chen­land

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Safran: Cro­cus cart­wrigh­tia­nus Foto: Dr. Frank Blatt­ner, IPK.

Safran (Cro­cus sati­vus) hat eine hohe Ähn­lich­keit mit den hei­mi­schen Kro­kus­sen. Ein wesent­li­cher Unter­schied zu Kro­kus­sen ist jedoch, dass Safran im Herbst blüht. Ein wei­te­rer, wirt­schaft­lich bedeut­sa­mer, dass aus den Nar­ben der Blü­ten das Safran-Gewürz gewon­nen wird. Die tief rot-oran­ge­nen Nar­ben wer­den per Hand gepflückt und getrock­net. Wegen der Hand­ar­beit und Emp­find­lich­keit der Nar­ben ist das Gewürz sehr teu­er. Nun ist For­schern aus Gaters­le­ben gelun­gen, her­aus­zu­fin­den, woher Safran ursprüng­lich kommt: Aus Grie­chen­land. Genau­er aus der Regi­on Atti­ka. Eigent­lich kein Wun­der, denn in die­ser Regi­on ging Deme­ter, die Göt­tin der Frucht­bar­keit, Saat und der Jah­res­zei­ten an Land. Ziel der wis­sen­schaft­li­chen Erfor­schun­gen war zum einen die ursprüng­li­che Her­kunft des Safran end­gül­tig zu klä­ren. Zum ande­ren konn­te durch wis­sen­schaft­li­che Genom-Ana­ly­sen und einem Auf­bau von einem Genom-Pool mit vie­len ver­schie­de­nen Safran-Varie­tä­ten die Mög­lich­keit geschaf­fen wer­den, bil­li­ge­re Safran-Arten zu züch­ten. Ob das ver­dienst­voll ist, stellt sich die Fra­ge. Zumin­dest wird es für Marok­ko, dem gegen­wär­ti­gen Haupt­an­bau­ge­biet für Safran wirt­schaft­li­che Ein­bu­ßen geben, wenn es denn soweit kom­men soll­te mit der Züch­tung bil­li­ge­rer Safran-Arten.

Für Inter­es­sier­te:

Die Ergeb­nis­se der Unter­su­chun­gen wur­den zudem durch eine unab­hän­gi­ge, kom­ple­men­tie­ren­de Stu­die der TU Dres­den bestä­tigt. Die Dresd­ner Wis­sen­schaft­ler in der Arbeits­grup­pe von Prof. Tho­mas Schmidt führ­ten eine ver­glei­chen­de Chro­mo­so­men­ana­ly­se mit Fluo­res­zenz-in-situ-Hybri­di­sie­rung (FISH) von ver­schie­de­nen Kro­kus-Arten durch. So konn­ten sie eben­falls auf­zei­gen, dass C. sati­vus als Fol­ge einer „Auto­po­lyplo­idi­sie­rung“ ent­stan­den war. In die­sem Fall durch die Fusio­nie­rung der Geno­me von zwei C. cart­wrigh­tia­nus-Pflan­zen.

Über­ra­schend für alle betei­lig­ten For­scher war, dass das Haupt­an­bau­ge­biet für Safran heu­te ein­deu­tig außer­halb des Ver­brei­tungs­ge­bie­tes sei­nes Vor­fah­rens C. cart­wrigh­tia­nus liegt, da C. sati­vus in tro­cke­ne­ren und höher gele­ge­nen Regio­nen gedeiht. Sie ver­mu­ten, dass der Grund hier­für auch in der Ursprungs­ge­schich­te des Safrans liegt – so war es ver­mut­lich das Auto­po­lyplo­idi­sie­rungs-Ereig­nis, wel­ches zur Ver­schie­bung des Habi­tats des Safrans führ­te, fort von den medi­ter­ra­nen Vege­ta­ti­ons­zo­nen Grie­chen­lands.

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung des Leib­nitz-Insti­tuts für Pflan­zen­ge­ne­tik und Kul­tur­pflan­zen­for­schung (IPK). Dr. Frank Blatt­ner vom 2.4.2019.

Ori­gi­nal­pu­bli­ka­ti­on: Nema­ti Z., Harpke D., Gemicio­g­lu A., Kern­dorff H., Blatt­ner F.R. (2019) Saf­fron (Cro­cus sati­vus) is an auto­triplo­id that evol­ved in Atti­ca (Greece) from wild Cro­cus cart­wrigh­tia­nus. Mole­cu­lar Phy­lo­ge­ne­tics and Evo­lu­ti­on, in press.  https://doi.org/10.1016/j.ympev.2019.03.022

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