Teufelskralle: Bei rheumatischen Erkrankungen

20. März 2015
Fruchtkapsel einer Teufelskralle

Frucht­kap­sel einer Teu­fels­kral­le

Das Foto bil­det eine getrock­ne­te Frucht­kap­sel ab. Sie ist geöff­net, die Samen sind her­aus­ge­fal­len. Die Süd­afri­ka­ni­sche Teu­fels­kral­le (Har­pa­go­phyti radix) hat ihren Namen von eben die­ser Frucht­kap­sel. In der Mit­te kön­nen geneig­te Betrach­ter tat­säch­lich ein Teu­fel­ge­sicht­chen sehen. Um ihre Samen zu ver­brei­ten, hat die Teu­fel­kral­le Wider­ha­ken an der Frucht­kap­sel ent­wi­ckelt. Strei­fen nun Huf­tie­re auf dem Weg durch die tro­cke­ne Savan­ne an der Heil­pflan­ze vor­bei, haken sich die Wider­ha­ken an den Füs­sen fest und las­sen sich so weit über das Land tra­gen.

Eine wei­te­re Über­le­bens­stra­te­gie der Teu­fels­kral­le ist, ihre knol­len­för­mi­gen Wur­zeln tief unten in den sehr tro­cke­nen Regio­nen Nami­bi­as und Süd­afri­kas wach­sen zu las­sen. Dort spei­chert sie die Flüs­sig­keit, um in den Tro­cken­pe­ri­oden über­le­ben zu kön­nen. Die Spei­cher­wur­zeln ent­hal­ten vie­le Bit­ter­stof­fe, wes­halb die Wirk­stof­fe auch zur Anre­gung der Magen­saft­se­kre­ti­on (Ama­rum, appe­tit­an­re­gend) ver­wen­det wer­den. Die Teu­fels­kral­le gehört zu einer der bit­ters­ten Dro­gen welt­weit. Aller­dings ste­hen uns in unse­ren Brei­ten­gra­den eben­falls sehr vie­le Bit­ter­stoff­dro­gen wie z.B. Enzi­an, Tau­send­gül­den­kraut, Wer­mut, Löwen­zahn­blät­ter zur Appe­tit­an­re­gung zur Ver­fü­gung.

Auf­grund ihrer Sel­ten­heit ist die Teu­fels­kral­le eine kost­ba­re Dro­ge. Denn sie wächst tat­säch­lich nur in sehr begrenz­tem Raum. Die Ver­su­che, sie in Kul­tu­ren zu neh­men, sind wegen der spe­zi­el­len Wachs­tums­be­din­gun­gen der Heil­pflan­ze bis­her geschei­tert. Die Wirk­stof­fe der Teu­fels­kral­le wer­den bei uns vor allem in der ergän­zen­den und unter­stüt­zen­den The­ra­pie von dege­ne­ra­ti­ven Erkran­kun­gen des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes (z.B. Arthro­se) ver­schrie­ben. Wegen ihres hohen Bit­ter­ge­halts wer­den flüs­si­ge Zube­rei­tun­gen als unan­ge­nehm emp­fun­den. Es wer­den stan­dar­di­sier­te Fer­tig­arz­nei­en Tro­cken­ex­trak­te zu Ein­nah­me. Es lie­gen auch Stu­di­en zur Wirk­sam­keit bei chro­nisch-ent­zünd­li­cher Poly­ar­thri­tis, Weich­teil­rheu­ma­tis­mus vor.

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2 Kommentare zu „Teufelskralle: Bei rheumatischen Erkrankungen“

  1. Maier sagt:

    Hal­lo Leu­te,

    in wel­chen Dar­rei­chungs­for­men gibts die Teu­fels­kral­le für den Men­schen?

    Mit freund­li­chen Grü­ßen

    Mai­er

  2. Marion Kaden sagt:

    Hal­lo Herr oder Frau Mai­er,
    in der Roten Lis­te sind 17 Prä­pa­ra­te auf­ge­führt. Sie wer­den in ver­schie­dens­ten Dar­rei­chungs­for­men ver­kauft: Hart­ta­blet­ten, Film­ta­blet­ten, Trop­fen oder zur Injek­ti­on.
    LG