Brennnessel: Zur verbesserten Hautdurchblutung

6. Mai 2010
Brennnesselhaare

Brenn­nes­sel­haa­re

Die gro­ße Brenn­nes­sel (Urti­ca dio­ti­ca L.) macht ihrem Namen alle Ehre: Wegen ihrer schar­fen Brenn­haa­re wird sie auch Scharf­nes­sel oder Tau­send­nes­sel genannt. Weil sie so vie­le gesun­de Inhalt­stof­fe hat, muss sie sich vor jenen schüt­zen, die sie zum Fres­sen gern haben. Für Schmet­ter­lings­rau­pen ist die Pflan­ze bei­spiels­wei­se über­le­bens­wich­tig. Dem Men­schen dient die Pflan­ze in beson­de­rer Wei­se: Zur ver­bes­ser­ten Haut­durch­blu­tung. Durch bewuss­tes Anfas­sen der Brenn­nes­sel ent­ste­hen Quad­deln, die eine sehr nütz­li­che the­ra­peu­ti­sche Wir­kung haben. Die­se zuge­ge­be­ner­ma­ßen unge­wöhn­li­che The­ra­pie kann also auch mit einer klei­nen Mut­pro­be ver­bun­den sein.

Die Bren­nes­sel ist mit Brenn­haa­ren, auf dem Foto gut zu erken­nen, mit spe­zi­el­len Drü­sen­zel­len ver­se­hen. Die Makro­auf­nah­me zeigt, dass die Brenn­haa­re eine kugel­ar­ti­gen Basis haben, die haar­för­mig nach oben wach­sen. Ihre Zell­wän­de sind durch Ein­la­ge­rung von Sili­kat starr und abge­schlos­sen. Die Drü­sen­zel­len sit­zen über­all: An den Stän­geln auf und unter den Blät­tern. Die ent­halt eine wah­re Mix­tur an Reiz­stof­fen: Neben dem dem Nes­sel­gift­stoff Ace­tyl­cho­lin sind noch Hist­amin, Sero­to­nin und Spu­ren von Amei­sen-, Essig- und But­ter­säu­re ent­hal­ten. Bei der kleins­ten Berüh­rung bre­chen die Köpf­chen ab, und die Bruch­stel­len der ver­kie­sel­ten Zell­wän­de ver­wan­deln sich in sprit­zen­för­mi­ge Kanü­len. Sie boh­ren sich zu Tau­sen­den in die Haut und ent­las­sen die Wirk­stoff­mix­tur in die ver­letz­ten Haut­zel­len. Es ent­ste­hen schmer­zen­de, gerö­te­te Quad­deln auf der Haut, die beson­ders bei emp­find­li­chen Men­schen erst nach Stun­den wie­der nach­las­sen.

Bis heu­te ist nicht klar wel­che der vie­len Wirk­stof­fe die Quad­deln bewir­ken. Da die meis­ten Men­schen schon bewusst oder unbe­wusst Erfah­run­gen mit der Brenn­nes­seln gemacht haben, kann der unan­ge­nehm jucken­de, bren­nen­de Reiz leicht in Erin­ne­rung geholt wer­den. Der Reiz kann acht bis zwölf Stun­den andau­ern, wenn ein tie­fer Griff zu beson­de­rer Quad­del­bil­dung geführt hat. Der Reiz kann zu einer loka­len Haut-Reiz-The­ra­pie ver­wen­det wer­den: Zum Bei­spiel gibt es an den Hän­den oder Füs­sen schlecht durch­blu­te­te, sehr tro­cke­ne Haut­stel­len, die trotz stän­di­gen Ein­rei­bens mit einer Fett­creme nicht weg­ge­hen wol­len. Jene Men­schen, die einen Gar­ten haben, kön­nen nun im Früh­jahr eine beson­de­re The­ra­pie machen: Sie hal­ten die betrof­fe­nen Fin­ger bewusst in die Brenn­nes­sel, strei­chen mit dem Fin­ger immer wie­der über die Brenn­haa­re. Sofort setzt das jucken­de und beis­sen­de Haut­ge­fühl ein und bleibt, je nach Emp­find­lich­keit gegen­über den Wirk­stof­fen vie­le Stun­den erhal­ten. Das gan­ze wird jeden Tag ein­mal wie­der­holt. Bei klei­ne­ren Haut­stel­len wie den Fin­gern regu­liert sich die Durch­blu­tung häu­fig schon nach ein paar Tagen.

Auch Men­schen mit rheu­ma­ti­schen Gelenk­be­schwer­den an Füßen oder Kni­en kön­nen nach eini­ger Selbst­über­win­dung  bar­fü­ßig durch Brenn­nes­seln gehen. Die Haut­rei­zun­gen durch die Pflan­ze regen die Durch­blu­tung der Haut und reflek­to­risch auch in tie­fe­ren Gewe­be­schich­ten an. Das Ace­tyl­cho­lin wirkt über die Haut direkt auf das Ner­ven­sys­tem und regt so glat­te Mus­ku­la­tur zum Bei­spiel der Blut­ge­fä­ße an. Die­se zuge­ge­be­ner­ma­ßen kühn-muti­ge Behand­lung kann auch bei dege­ne­ra­tiv-ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen wie Arthro­se oder chro­ni­sche Poly­ar­thri­tis ein­ge­setzt wer­den. Zum Bei­spiel durch Schla­gen von fri­schem Brenn­nes­sel­kraut oder einer Auf­la­ge (30 Sekun­den, 1x täg­lich über den schmer­zen­den Gelen­ken.

Das glei­che kann bei Schup­pen­flech­te oder Haut­er­kran­kun­gen mit nes­sel­ar­ti­gen Aus­schlä­gen gemacht wer­den. Die natur­heil­kund­li­che Idee, die hin­ter die­sen Anwen­dun­gen steckt ist: Die chro­nisch erkrank­ten (oder schlecht durch­blu­te­ten) Haut­stel­len wer­den durch die Quad­deln in eine aktu­te Erkran­kungs­pha­se zurück­ver­setzt. Und durch den Wirk­stoff­mix kommt mit der ver­mehr­ten Durch­blu­tung ein Hei­lungs­pro­zess in Gang.

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2 Kommentare zu „Brennnessel: Zur verbesserten Hautdurchblutung“

  1. Jan Oberländer sagt:

    ich benut­ze bren­nes­sel schon seit mehr als 20 Jah­ren als Heil­kraut. Als ehe­ma­li­ger Taxi­fah­rer der stun­den­lang nur sitzt habe ich im Lau­fe der ers­ten Zeit oft Gelenk­schmer­zen gehabt. Und alles jede Bewe­gung brach­te Schmer­zen, bis ich mal ver­se­hent­lich mit Bren­nes­sel in Berüh­rung kam, ich wie­der­hol­te die Berüh­rung anschlie­ßend öfters und nach und nach behan­del­te ich dann mei­ne Gelenk­schmer­zen durch auf­le­gen der Bren­nes­sel damit. Am bes­ten eig­net sich Jun­ge Bren­nes­sel sie ist extrem aggres­siv und ja mei­ne Gelen­ke sind wie neu. wer anfängt zu krat­zen bei demm dau­ert es län­ger bis die wir­kung erreicht wird am bes­ten nach der behand­lung die Stel­len zunächst abde­cken oder ver­bin­den damit man nicht in die Ver­su­chung kommt zu krat­zen und wer sich auf ande­re sachen dabei kon­zen­triert dem fällt es leich­ter nich dar­an zu den­ken..

  2. Marion Kaden sagt:

    dan­ke Herr Ober­län­der für den ganz prak­ti­schen Hin­weis! 🙂