Heidelbeerzweige gehören nicht in Blumensträuße

18. März 2013

Hei­del­beer-Zwei­ge in Blu­men­sträu­ßen müs­sen nicht sein!

In vie­len Blu­men­lä­den wer­den zur Zeit Hei­del­be­er­zwei­ge als deko­ra­ti­ves, grü­nes Bei­werk für Blu­men­sträu­ße ver­kauft. Die dun­kel­grü­nen, kan­ti­gen Stän­gel wer­den sogar büschel­wei­se auf Märk­ten ange­bo­ten. Gehts noch? Das sind Heil­pflan­zen kei­ne Deko­ra­ti­on oder bil­li­ges Blu­men­grün!

Ich wer­de rich­tig sau­er, wenn ich dar­über nach­den­ke. Denn bei dem mas­sen­wei­sen Ver­kauf müs­sen vie­le Men­schen in die Wäl­der gehen und Hei­del­beer­grün büschel­wei­se rup­fen. Sicher, das Hei­del­beer­grün ist schick und deko­ra­tiv, aber es wird in Blu­men­sträu­ße gebun­den, die nach dem Ver­blü­hen auf dem Müll lan­den. Die­se Über­fluss­ge­sell­schaft treibt wirk­lich ein schlim­mes Unwe­sen! Die Wäl­der wer­den ohne Sinn und Ver­stand wert­vol­ler Heil­pflan­zen beraubt. Denn zum einen die­nen die grü­nen, dicht­wach­sen­den Zwei­ge, Klein­tie­ren wie Käfern, Spin­nen und auch klei­nen Vögeln als Unter­schlupf.

Zar­te Hei­del­beer­blü­ten

Zum ande­ren trei­ben spä­ter klei­ne Blätt­chen wie hel­le, unschein­ba­re Blü­ten aus. Letz­te­re ent­wi­ckeln sich zum Herbst hin zu klei­nen, köst­li­chen Früch­ten aus. Auch wenn die Men­schen sich nicht die Mühe machen, die ech­ten Hei­del­bee­ren im herbst­li­chen Wald selbst zu sam­meln, so sind die Bee­ren eine wich­ti­ge Fut­ter­quel­le für Vögel und Klein­tie­re. Und nicht zuletzt: Hei­del­bee­ren haben eine medi­zi­ni­sche Wir­kung. Des­halb: Bit­te kei­ne Hei­del­be­er­zwei­ge als Blu­men­schmuck kau­fen! Sie sol­len lie­ber mit ihrem Wachs­tum nach­hal­tig den Wald besie­deln und Men­schen wie Tie­ren wei­ter­hin Gutes tun.

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8 Kommentare zu „Heidelbeerzweige gehören nicht in Blumensträuße“

  1. Brigitta Drescher sagt:

    War­um dür­fen Blu­men­lä­den dann sol­che Pflan­zen ver­kau­fen? Es ist doch sicher ver­bo­ten, die­se im Wald zu pflü­cken, so wie auch wild­wach­sen­des Moos. Oder wer­den viel­leicht gezüch­te­te Pflan­zen Ver­wen­der?

  2. Marion Kaden sagt:

    sicher, nur die Men­schen gehen in die Wäl­der und pflü­cken. Und sie fin­den immer Abneh­mer.

  3. SuKa sagt:

    BLÖDSINN !!!!
    Die Geschäf­te gehen nicht in den Wald und rup­fen.… Bei Moos oder Hei­del­be­er­zwei­ge oder ande­ren hei­mi­schen Sachen.…( Zwei­ge, Ahorn­stab etc…) müs­sen die Geschäf­te bele­gen, das es gekauft wur­de, dient dazu, den Raub­bau in der Natur ein­zu­däm­men. Die Blau/Heidelbeerzweige kom­men von Plan­ta­gen.…

  4. Vanessa sagt:

    Bin Aus­zu­bil­den­de flo­ris­tin und es ist echt quatsch. Da es ein­ge­kauft wird oder Selbst ange­baut wird all­so kommt aus dem gewächs­haus

  5. Marion Kaden sagt:

    ich woh­ne in Ber­lin. Im Gru­ne­wald gibt es Hei­del­beer­ge­bie­te im Wald und die wer­den berupft von Men­schen, die die Hei­del­be­er­zwei­ge ver­kau­fen. Das glei­che gilt für Mai­glöck­chen oder Wald­meis­ter, die dann z.B. an U-Bah­nen in klei­nen Sträuß­chen ver­kauft wer­den, um ein wenig Geld zu ver­die­nen. Denn meis­tens han­delt es sich um Men­schen, die gerin­ge Ein­kom­men haben. Die klei­nen Sträuß­chen fin­den immer Abneh­me­rin­nen, weil sie meis­tens viel bil­li­ger sind als in den Blu­men­lä­den.

    Ich bin froh zu lesen, dass Hei­del­bee­ren ent­we­der selbst ange­baut wer­den (habe aber noch nie wel­che in Gärt­ne­rei­en gese­hen — aber das will ich hier nicht in Zwei­fel zie­hen) oder von Plan­ta­gen kom­men (auch sol­che Plan­ta­gen habe ich noch nicht gese­hen).

    Auch wenn dies so sein soll­te, fin­de ich, dass Heil­pflan­zen — und Hei­del­bee­ren sind Heil­pflan­zen nichts in Blu­men­sträu­ßen zu suchen haben! Genau­so­we­nig wie Zimt in Weih­nachts­ge­de­cken oder -Sträu­ßen! Nur weil die­se Heil­pflan­zen z.B. in Asi­en zu Dum­ping­prei­sen gehan­delt wer­den, müs­sen die­se wich­ti­gen Roh­stof­fe nicht zur Deko die­nen. Heil­pflan­zen die­nen der Gesund­heit. Wir soll­ten sie Wert schät­zen und nicht zweck­ent­frem­den.

  6. Reisi sagt:

    kann mann wenn man einen strauss gekauft hat wo hei­del­beer­grün als bei­werk dabei war,dieses bewur­zeln las­sen?

  7. Marion Kaden sagt:

    habe ich noch nie pro­biert. Kann ich nichts drü­ber sagen. Ver­suchs doch ein­fach mal und lass etwas von dei­nen Erfah­run­gen hören oder lesen 🙂

  8. Marion Kaden sagt:

    ich hat­te Dr. Det­lev Met­zing vom Bun­des­amt für Natur­schutz tele­fo­nisch zu die­sem The­ma befragt:
    * Blu­men­händ­ler dür­fen in Deutsch­land Blu­men pflü­cken. Es gilt die soge­nann­te Hand­strauß­re­ge­lung. Es dür­fen dann also kei­ne Mas­sen an bestimm­ten Blu­men sein.
    * Frau­en, die z.B. Mai­glöck­chen­sträu­ße aus dem Wald ver­kau­fen sind gewerb­lich tätig. Sie dür­fen ohne Geneh­mi­gung kei­ne Mai­glöck­chen ver­kau­fen! Wer also auf der Stra­ße sol­che Sträuß­chen kauft, soll­te nach der gewerb­li­chen Geneh­mi­gung fra­gen und sich die­se zei­gen las­sen. Liegt die­se nicht vor, ist der Ver­kauf nicht in Ord­nung.
    * ehr­lich gesagt, glau­be ich nicht, dass Hei­del­bee­ren in Gewächs­häu­sern gezo­gen wer­den, da ist der Ver­dienst zu gering. Aber das ist eine Fra­ge für eine ande­re Recher­che.
    * bei uns geschütz­te Pflan­zen dür­fen nicht in Blu­men­sträu­ßen ver­kauft wer­den. Kommt die Ware aller­dings z.B. aus Polen, so spie­len die Geset­ze des Bun­des­na­tur­schut­zes kei­ne Rol­le — sie wer­den also unter­wan­dert.
    * wem die­ses The­ma am Her­zen liegt, soll­te die Rote Lis­te der gefähr­de­ten Pflan­zen stu­die­ren. Sie wird vom BfN her­aus­ge­ge­ben. Die alte Lis­te ist von 1996
    https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/RoteListePflanzen.pdf
    die neue Lis­te kommt Ende 2017 her­aus.