Meerrettich: Scharf und antibakteriell

10. Juli 2009
Meerrettich - Armoracia rusticana

Meer­ret­tich — Armo­r­a­cia rusti­ca­na

Meer­ret­tich (Armo­r­a­cia rusti­ca­na) wächst in Bau­ern­gär­ten. Ihr Kenn­zei­chen sind die gro­ßen, kräf­ti­gen Blät­ter. Mit die­sen fängt sie Licht und Wär­me ein. Dann ver­stoff­wech­selt sie alles mit Hil­fe ihres Chlo­ro­phylls zu äthe­ri­schen Ölen und lagert die­se in der Wur­zel ein. Die weiss­li­che Meer­ret­tich-Wur­zel wird im Herbst geern­tet und fin­det bei den meis­ten nur als Küchen­ge­würz Ver­wen­dung. Doch sie kann mehr. Meer­ret­tich ist scharf und wirkt anti­bak­te­ri­ell, ein Haus­mit­tel.

Stu­di­en aus den letz­ten Jah­ren haben gezeigt, dass Meer­ret­tich eine viel­ver­spre­chen­de Arznei­pflan­ze ist. An ihrem Geruch und Geschmack zeigt sich, dass meh­re­re Grup­pen von Senf­öl­gy­ko­si­den betei­ligt sind. For­scher ver­mu­ten, dass eini­ge Gly­ko­si­de von Pflan­zen ent­wi­ckelt wer­den, um sich vor Fress­fein­den zu schüt­zen. Dann wur­de auch das Allyl­senf­öl aus­ge­macht, dem vor allem anti­bak­te­ri­el­le Wir­kung zuge­ord­net wird. Bei Ver­su­chen  mit ver­schie­de­nen Bak­te­ri­en­ar­ten stell­ten For­scher eine star­ke Wachs­tums­hem­mung der Bak­te­ri­en fest. In Zei­ten von immer häu­fi­ger auf­tre­ten­den Anti­bio­tika­re­sis­ten­zen könn­te die Pflan­ze viel­leicht eine wich­ti­ge Rol­le in der Zukunft spie­len. Das heisst, wenn sich Unter­neh­men fin­den, die Geld für wei­te­re For­schung aus­ge­ben wol­len.

Meer­ret­tich gehört zu den Bras­se­cace­en,  zu denen auch der Senf gerech­net wird. Vie­le Jahr­hun­der­te lang waren Senf und Meer­ret­tich die ein­zi­gen schar­fen, ein­hei­mi­schen Pflan­zen, die zur Ver­fü­gung stan­den. Ing­wer oder Pfef­fer waren lan­ge Zeit für die “nor­ma­le” Bevöl­ke­rung nicht erschwing­lich. Unse­re Vor­fah­ren hat­ten die anti­ent­zünd­li­chen Wir­kun­gen ent­deckt und nutz­ten sie. Die medi­zi­ni­schen Anwen­dun­gen waren breit gestreut: Ent­zün­dun­gen im Hals, bei eit­ri­gen Ohre­nen­zün­dun­gen, bei Erkäl­tungs­krank­hei­ten, Hus­ten oder Blä­hun­gen kam Mee­ret­tich zum Ein­satz.

Ein natur­heil­kund­li­ches Rezept bei Bron­chi­al­schleim:

1 Tee­löf­fel FRISCH geras­pel­te Meer­ret­tich­wur­zel mit 3 Tee­löf­fel Honig ver­mi­schen. Die­ser wird 3–5 mal am Tag (jeweils 1 Tee­löf­fel) ein­ge­nom­men. Jeden Tag eine neue Por­ti­on her­stel­len.

Schmeckt gewöh­nungs­be­dür­fig, aber wie mei­ne Oma zu sagen pfleg­te: Bös mutt Bös ver­drie­ben.

Die meis­ten ken­nen Meer­ret­tich als Küchen­ge­würz. Als Zusatz zu Fisch, Rind- oder Schwei­ne­fleisch. Die Schär­fe bringt eine beson­de­re Note ins Essen und hilft gleich­zei­tig bei der Ver­dau­ung.

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