Tee: Wann ist ein Tee noch ein Tee?

Schwar­zer Tee

Das Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (BVL) hat im Okto­ber 2017 eine Pres­se­infor­ma­ti­on zu Tees her­aus­ge­ge­ben. Ver­brau­cher wer­den über die Qua­li­tät oder bes­ser über die Belas­tun­gen von Tees infor­miert. Im Nach­fol­gen­den wird die Pres­se­info unkom­men­tiert wei­ter­ge­ge­ben.

Unter­schie­de und Unter­su­chun­gen bei dem belieb­ten Auf­guss­ge­tränk

Basi­li­kum-Ing­wer-Oran­ge oder Honig­busch-Erd­beer-Cara­mel – es gibt fast kei­ne Tee­sor­te mehr, die es nicht gibt. Dabei darf streng genom­men als
Tee nur das Auf­guss­ge­tränk bezeich­net wer­den, das aus den Blät­tern des Tee­strau­ches gewon­nen wird – also Schwar­zer Tee, Grü­ner Tee sowie Wei­ßer
Tee. Die Sor­ten unter­schei­den sich dabei nicht nur in ihrem­Her­stel­lungs­pro­zess – Schwar­zer Tee wird fer­men­tiert, Grü­ner und Wei­ßer Tee nicht – son­dern auch bei den Unter­su­chungs­er­geb­nis­sen. In Grü­nem Tee­wur­den höhe­re Rück­stän­de an Pflan­zen­schutz­mit­teln nach­ge­wie­sen als in Schwar­zem Tee, wie das BVL in Ber­lin mit­teil­te.

In der Natio­na­len Bericht­erstat­tung zu Pflan­zen­schutz­mit­tel­rück­stän­den aus dem Jahr 2015 wur­den bei Tee in über der Hälf­te der unter­such­ten 334 Pro­ben bestimm­ba­re Rück­stän­de gefun­den. Der pro­zen­tua­le Anteil an Pro­ben mit Gehal­ten ober­halb der gesetz­lich fest­ge­leg­ten Höchst­ge­hal­te lag für Tee mit 4,8 % über dem Durch­schnitt der Lebens­mit­tel­grup­pe „Obst, Gemü­se und ande­re pflanz­li­che Pro­duk­te“ (2,1 %). Bei den 39 unter­such­ten Erzeug­nis­sen aus bio­lo­gi­schem Anbau stell­te sich die Situa­ti­on bes­ser, dar, da die Rück­stands­höchst­ge­hal­te nicht über­schrit­ten wur­den, obgleich Rück­stän­de nach­weis­bar waren.

Im Jahr 2010 wur­den im Moni­to­ring-Pro­gramm neben Tee­blät­tern auch die dar­aus her­ge­stell­ten Tee­auf­güs­se auf Pflan­zen­schutz­mit­tel­rück­stän­de unter­sucht. Die Pro­ben stamm­ten zumeist aus den tee­pro­du­zie­ren­den Län­dern des asia­ti­schen Raums (Chi­na, Indi­en, Japan, Sri Lan­ka). Im ver­zehr­fer­ti­gen Getränk wur­den in der Regel kei­ne nach­weis­ba­ren Rück­stän­de fest­ge­stellt. Die getrenn­te Betrach­tung der Blät­ter von Grü­nem und Schwar­zem Tee zeig­te, dass Grü­ner Tee sowohl höhe­re
Rück­stän­de als auch mehr Mehr­fach­rück­stän­de als Schwar­zer Tee ent­hielt. Hier­bei wird ver­mu­tet, dass durch den Fer­men­ta­ti­ons­pro­zess beim Schwar­zen Tee Pflan­zen­schutz­mit­tel­rück­stän­de abge­baut wer­den.

Bei Kräu­ter­tee wur­den im Jahr 2015 in etwa 42 % der 95 Pro­ben, die auf Pflan­zen­schutz­mit­tel­rück­stän­de unter­sucht wur­den, quan­ti­fi­zier­ba­re Rück­stän­de gefun­den. Ins­ge­samt lagen 3,2 % der Pro­ben über dem gesetz­lich fest­ge­leg­ten Höchst­ge­halt für Kräu­ter­tee. Dies betraf Jas­min­tee aus Chi­na und zwei Pfef­fer­minz­blät­ter­tees unbe­kann­ter Her­kunft.

Eine Über­schrei­tung der gel­ten­den Rück­stands­höchst­ge­hal­te ist nicht gleich­be­deu­tend mit einer Gesund­heits­ge­fahr für die Ver­brau­cher.

Ein beson­de­res Augen­merk wur­de in den letz­ten Jah­ren auf Schwar­zen und Grü­nen Tee aus Chi­na gelegt. Rund ein Vier­tel des nach Deutsch­land ein­ge­führ­ten Schwar­zen und Grü­nen Tees stammt aus der Volks­re­pu­blik. Die Lebens­mit­tel­kon­trol­len der Bun­des­län­der stel­len dabei immer wie­der hohe Gehal­te an Pflan­zen­schutz­mit­tel­rück­stän­den in den impor­tier­ten Tees fest. Des­halb gibt es seit 2011 neben den Rou­ti­ne­über­prü­fun­gen auch ver­stärk­te Kon­trol­len chi­ne­si­scher Tees beim Import in die EU gemäß der Ver­ord­nung (EG) Nr. 669/2009.

Gif­te im Tee

Im Moni­to­ring 2015 wur­de Tee auf natür­li­che Gift­stof­fe (Toxi­ne), die in Lebens­mit­teln pflanz­li­cher Her­kunft vor­kom­men kön­nen, unter­sucht. Dabei wur­den in den 67 unter­such­ten Pro­ben nur sehr gerin­ge Men­gen der Schim­mel­pilz­gif­te Afla­to­xin und Och­ra­to­xin A gefun­den. Des Wei­te­ren wur­den 291 Pro­ben von Tee und tee­ähn­li­chen Erzeug­nis­sen auf die sekun­dä­ren Pflan­zen­in­halt­stof­fe Pyr­ro­li­zi­d­i­nal­ka­lo­ide unter­sucht.

Hier­bei wur­den nied­ri­ge­re Gehal­te als bei Pro­jekt­un­ter­su­chun­gen der Jah­re 2013 und 2014 ermit­telt. Ein beson­ders deut­li­cher Rück­gang war bei Fen­chel­tee, Melis­sen­tee sowie bei Schwar­zem und Grü­nem Tee zu beob­ach­ten. Den­noch wur­den die von den Bun­des­län­dern fest­ge­leg­ten Ein­griffs­wer­te in 24 % der unter­such­ten Kamil­len­blü­ten­tee­pro­ben, in 22 % der Kräu­ter­tee­pro­ben, in 29 % der Melis­sen­tee­pro­ben, in 35 % der Pfef­fer­minz­tee­pro­ben und in 63 % der Rooi­bos­tee­pro­ben über­schrit­ten.

Pyr­ro­li­zi­d­i­nal­ka­lo­ide zei­gen im Tier­ver­such eine krebs­er­zeu­gen­de und erb­gut­ver­än­dern­de Wir­kung. Daher ist im Sin­ne des vor­beu­gen­den gesund­heit­li­chen Ver­brau­cher­schut­zes eine wei­te­re Reduk­ti­on der Pyr­ro­li­zi­d­i­nal­ka­lo­id-Gehal­te in Kräu­ter­tees anzu­stre­ben.

Eben­falls im Moni­to­ring 2015 wur­de Tee auch auf poly­zy­kli­sche aro­ma­ti­sche Koh­len­was­ser­stof­fe (PAK) unter­sucht. Bestimm­te Sub­stan­zen
aus der Grup­pe der PAK wer­den als krebs­er­zeu­gend ein­ge­stuft. Bei den 2015 unter­such­ten Pro­ben wur­den erhöh­te PAK-Gehal­te sowohl in Schwar­zem
als auch Grü­nem Tee fest­ge­stellt. Da es sich bei poly­zy­kli­schen aro­ma­ti­schen Koh­len­was­ser­stof­fen jedoch um fett­lös­li­che Sub­stan­zen
han­delt, ist der Über­gang in den mit Was­ser auf­ge­gos­se­nen Tee ver­nach­läs­sig­bar. Es ist somit nicht von einem gesund­heit­li­chen Risi­ko für den Ver­brau­cher aus­zu­ge­hen. Den­noch soll­ten auch hier zum vor­beu­gen­den gesund­heit­li­chen Ver­brau­cher­schutz die Gehal­te so nied­rig
wie mög­lich gehal­ten wer­den.

Schwarz, grün und aus Eis? – unter­schied­li­che Tee­sor­ten im Über­blick

Für die Beur­tei­lung von Tee wer­den in Deutsch­land die Leit­sät­ze des Deut­schen Lebens­mit­tel­buchs her­an­ge­zo­gen. Auch wenn die Leit­sät­ze nicht
rechts­ver­bind­lich sind, stel­len sie doch eine wich­ti­ge Ori­en­tie­rungs­hil­fe für Her­stel­ler, Impor­teu­re, Han­del, Ver­brau­cher, Gerich­te und die Behör­den der Lebens­mit­tel­über­wa­chung dar.

Schwar­zer Tee oder auch nur “Tee” ist die Ver­kehrs­be­zeich­nung für fer­men­tier­ten Tee, des­sen Blät­ter von dem Tee­strauch (Camel­lia sinen­sis) stam­men und nach den übli­chen Ver­fah­ren wie Wel­ken, Rol­len, Fer­men­tie­ren, Zer­klei­nern, Trock­nen bear­bei­tet wur­den. Die Blät­ter des “Grü­nen Tees” stam­men eben­falls vom Tee­strauch sind jedoch unfer­men­tiert, d. h. sie wur­den ledig­lich blan­chiert, gerollt und getrock­net, so dass der natür­li­che Blatt­farb­stoff weit­ge­hend erhal­ten geblie­ben ist. Eine beson­ders hoch­wer­ti­ge Sor­te unfer­men­tier­ten Tees ist der in den Leit­sät­zen nicht genann­te “Wei­ße Tee”. Für des­sen Her­stel­lung wer­den nur die jun­gen, unge­öff­ne­ten, weiß­flau­mi­gen Blatt­knos­pen ver­wen­det.

Sowohl Schwar­zer als auch Grü­ner bezie­hungs­wei­se Wei­ßer Tee wird wie Kaf­fee zu den Genuss­mit­teln gezählt, da er bis zu 4,5 % Kof­fe­in (frü­her auch als Teein bezeich­net) ent­hal­ten kann. Abhän­gig von der Zieh­dau­er wirkt der Tee unter­schied­lich stark anre­gend.

Kräu­ter- und Früch­te­tees” gehö­ren zur Grup­pe der “tee­ähn­li­chen Erzeug­nis­se”. Für ihre Zube­rei­tung wer­den ver­schie­dens­te Pflan­zen­tei­le ver­wen­det wie Blät­ter, Knos­pen, Blü­ten und Früch­te aber auch Stän­gel, Rin­de oder Wur­zeln. Ihnen allen ist gemein, dass sie wie Tee als Auf­guss­ge­tränk ver­wen­det wer­den. Auch Mischun­gen aus Tee und tee­ähn­li­chen Erzeug­nis­sen fal­len in die­se Kate­go­rie.

Tee­ähn­li­che Erzeug­nis­se wer­den meist mit der Art der ver­wen­de­ten Pflan­zen oder des Pflan­zen­teils bezeich­net, also Pfef­fer­minz­tee oder Hage­but­ten­tee. Wer­den meh­re­re Pflan­zen­ar­ten bei der Her­stel­lung ver­wen­det, sind Sam­mel­be­zeich­nun­gen wie Kräu­ter­tee oder Früch­te­tee üblich. Wenn eine Pflan­zen­art mehr als die Hälf­te des Gewich­tes aus­macht und die Eigen­art des Getränks bestimmt, wird häu­fig die Pflan­zen­art mit dem Wort Mischung kom­bi­niert, z. B. Melis­sen­tee-Mischung.

Dar­über hin­aus gibt es eine Rei­he von Geträn­ken, die allein auf­grund ihrer Namens­ge­bung von den Ver­brau­chern als Tee iden­ti­fi­ziert wer­den. In den Leit­sät­zen des Deut­schen Lebens­mit­tel­buchs wer­den sie jedoch nicht der Grup­pe der Tees oder tee­ähn­li­chen Erzeug­nis­se zuge­rech­net.

Eis­tee” zählt zu den Erfri­schungs­ge­trän­ken, die durch die Leit­sät­ze für Erfri­schungs­ge­trän­ke beschrie­ben wer­den. Erfri­schungs­ge­trän­ke ent­hal­ten Was­ser sowie geschmack­ge­ben­de Zuta­ten mit oder ohne Zusatz von Koh­len­säu­re, Mine­ral­stof­fen, Vit­ami­nen, Zucker­ar­ten, aus Früch­ten her­ge­stell­ten zucker­hal­ti­gen Kon­zen­tra­ten, Aro­men, Zusatz­stof­fen oder gege­be­nen­falls wei­te­re Zuta­ten mit Aus­nah­me von Alko­hol.

Grün­tee-Smoot­hies” gehö­ren zu der rela­tiv neu­en Pro­dukt­grup­pe der Smoot­hies. Smoot­hie ist eine vom Han­del ein­ge­führ­te Phan­ta­sie­be­zeich­nung, für die es kei­ne lebens­mit­tel­recht­li­che Defi­ni­ti­on gibt. Smoot­hies wer­den als “Ganz­frucht­ge­trän­ke” beschrie­ben und über­wie­gend aus Frucht­mark bzw. ‑püree her­ge­stellt. Grü­ne Smoot­hies ent­hal­ten ver­schie­de­ne, meist grü­ne Gemü­se­ar­ten, aus geschmack­li­chen Grün­den kom­bi­niert mit süßem Obst. Allen Erzeug­nis­sen gemein­sam ist die
dick­flüs­si­ge, sämi­ge Kon­sis­tenz. Grund­sätz­lich dür­fen bei ent­spre­chen­der Kenn­zeich­nung alle Zuta­ten ver­wen­det wer­den, die lebens­mit­tel­recht­lich
zuläs­sig sind. Als „Grün­tee-Smoot­hie“ wer­den Pro­duk­te auf Grund­la­ge grü­ner Gemü­se­ar­ten und meis­tens Obst ange­bo­ten, die zusätz­lich gemah­le­nen Grü­nen Tee ent­hal­ten.

Iced Matcha” ist kein fest­ge­leg­ter Begriff, son­dern wie auch „Iced Matcha Lat­te“ eine Phan­ta­sie­be­zeich­nung. Dabei kann es sich um Erfri­schungs­ge­trän­ke, um Milch­misch­ge­trän­ke oder Geträn­ke eige­ner Art mit Zusatz von Was­ser­eis han­deln. Matcha ist zu feins­tem Pul­ver ver­mah­le­ner Grü­ner Tee, der als eine beson­ders edle und teu­re Tee­sor­te gilt. Er stammt von Tee­sträu­chern, die vor der Ern­te beschat­tet wer­den, wodurch sich ein beson­ders aro­ma­ti­sches, dun­kel­grü­nes Blatt ent­wi­ckelt. Nach der Ern­te wer­den die Tee­blät­ter gedämpft, getrock­net und nach Ent­fer­nung aller gro­ben Blatt­ge­fä­ße in Stein­müh­len zu fei­nem Pul­ver
gemah­len.

Quel­le: Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (BVL), Pres­se­stel­le, Mau­er­stra­ße 39–42, 10117 Ber­lin

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