Lindenblütentee selbermachen

17. Juni 2019
Lindenblüten zum Trocknen ausgelegt

Lin­den­blü­ten zum Trock­nen aus­ge­legt

Lin­den­blü­ten­tee sel­ber­ma­chen ist höchst ein­fach. Eine Anlei­tung.

Wegen der Hit­ze sind in Ber­lin die Lin­den­blü­ten inner­halb von ein paar Tagen auf­ge­gan­gen. Die meis­ten sind schon ver­blüht. Ich hat­te wirk­lich Mühe noch Blü­ten für mei­nen Lin­den­blü­ten­tee ern­ten zu kön­nen. Es kön­nen Lin­den­blü­ten sowohl von der Win­ter­lin­de (Tilia corda­ta) als auch der Som­mer­lin­de (Tilia pla­ty­phyl­los) gepflückt wer­den. Bei­de Baum­ar­ten sind häu­fig anzu­tref­fen, da Lin­den frü­her wegen ihres hohen wirt­schaft­li­chen Nut­zens sehr geschätzt wur­den. Neben der tra­di­tio­nel­len Bedeu­tung von Lin­den sind sie unter ande­rem wegen ihrer unglaub­li­chen Blü­ten­fül­le geschätzt. Lin­den sind Bie­nen­wei­den. Imker machen dar­aus Lin­den­blü­ten­ho­nig, der duf­tend und aro­ma­tisch ist.

Wäh­rend frü­her auf­ge­passt wer­den muss­te, dass kei­ne Bie­nen an den Blü­ten saßen, die dann gera­de abge­schnit­ten wer­den soll­ten, stellt sich heu­te das Pro­blem nicht mehr: Bie­nen sind sel­ten gewor­den wegen der Pes­ti­zi­de in der inten­siv betrie­be­nen Land­wirt­schaft. Es muss also kein Hin­weis mehr auf mög­li­che Bie­nen­sti­che gemacht wer­den — lei­der. Frü­her hat mich das geschäf­ti­ge Sum­men und Brum­men der fleis­si­gen Bie­nen beglei­tet, heu­te nicht mehr. Das stimmt mich trau­rig.

Lindenblüten (Nahaufnahme)

Lin­den­blü­ten (Nah­auf­nah­me)

Ich habe also Blü­ten aus­ge­sucht, die gera­de auf­ge­gan­gen, bezie­hungs­wei­se schon einen Tag lang geblüht haben. Lin­den­blü­ten neh­men, je län­ger sie blü­hen, einen tief gel­ben Farb­ton an. Ich schnei­de mit einer Gar­ten­sche­re die tra­gen­den Blü­ten­stän­de samt Stil und dem Flü­gel­blatt ab. In man­chen Jah­ren gab es Läu­se, die die Blü­ten und Blät­ter mit einem schmie­rig, kleb­ri­gen Über­zug ver­se­hen haben. Die­ses Jahr hat­te ich damit über­haupt kei­ne Pro­ble­me. Es dür­fen nur ein­wand­freie Blü­ten und Blät­ter — nicht die von Läu­sen oder ande­ren Insek­ten geschä­dig­ten — gepflückt wer­den. Es soll­ten auch nur Lin­den­blü­ten von Lin­den­bäu­men ver­wen­det wer­den, die fern­ab von viel befah­re­nen Stra­ßen oder pes­ti­zid­be­las­te­ten Gegen­den ste­hen.

Lin­den­blü­ten­tee wird im Win­ter bei Erkäl­tungs­krank­hei­ten getrun­ken. Die hei­lungs­för­dern­den Effek­te sind Erhö­hung des Schwit­zens, die Akti­vi­tä­ten der Nasen­schleim­häu­te, Bron­chi­en und des Rachens wer­den eben­falls akti­viert. Lin­den­blü­ten­tee unter­stützt außer­dem die Immun­ab­wehr.

Für mei­nen Zwei­per­so­nen­haus­halt rei­chen die Blü­ten einer 3/4 vol­len üblich gro­ßen Ein­kaufs­tü­te. Haus­hal­te mit Kin­dern wer­den viel­leicht 1,5 vol­le Ein­kaufs­tü­ten benö­ti­gen. Das hängt davon ab, wie häu­fig z.B. Kin­der und Erwach­se­ne an Erkäl­tun­gen im Win­ter lei­den.

Keine Lindenblüten: Nicht mehr brauchbar

Kei­ne Lin­den­blü­ten: Nicht mehr brauch­bar

Die gesam­mel­ten Blü­ten wer­den an einen tro­cke­nen, war­men Ort auf ein Lei­nen­tuch aus­ge­brei­tet. Bei der durch­gän­gi­gen Hit­ze in Ber­lin wer­den die Blü­ten und Blät­ter rasch durch­trock­nen. Sie sind dann tro­cken, wenn die Blü­ten und Blät­ter sich knis­ternd zer­klei­nern las­sen. Sie wer­den ein wenig zer­klei­nert und in dunk­les Glas gege­ben. Lin­den­blü­ten soll­ten jedes Jahr neu gesam­melt wer­den. Wenn die Lin­den­blü­ten sich ver­kap­selt haben (letz­tes Foto) dann ist es zu spät. Sie eige­nen sich nicht für Lin­den­blü­ten­tee.

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