Moortherapie gehört zur Pflanzenheilkunde

8. Februar 2015
Moor: Kloevensteen bei Hamburg

Moor: Kloevens­te­en bei Ham­burg

Ein inter­es­san­ter Aspekt zur Pflan­zen­heil­kun­de war wäh­rend des ZAEN-Kon­gres­ses in Freu­den­stadt im Herbst letz­ten Jah­res zu erfah­ren: Prof. Dr. André-Micha­el Beer zeig­te Mög­lich­kei­ten der Pflan­zen­heil­kun­de inner­halb der Bal­neo­lo­gie auf. Bei der Leh­re von der the­ra­peu­ti­schen Anwen­dung und Heil­wir­kung des Was­sers, Schlamm, Moor wird zunächst ein­mal an Kneipp­sche Anwen­dun­gen mit sei­nen vie­len Güs­sen, Tau- oder Was­ser­tre­ten gedacht. Die Band­brei­te ist aber viel grö­ßer: War­me Wäs­ser, kal­te oder Heil­wäs­ser oder Heil­ga­se wer­den eben­falls in der Bal­neo­lo­gie the­ra­peu­tisch ange­wandt. Bei den soge­nann­ten Peloi­den, also den ver­schie­de­nen Schlamm­pa­ckun­gen wie z.B. Fan­go oder Moor­bä­dern den­ken die meis­ten nicht als Heil­pflanz­li­ches.

Neben den the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men, die zum Bei­spiel mit Pflan­zen­zu­sät­zen wie Wach­hol­der­öl, Koni­fe­ren­öle (z.B. Kie­fer­na­del­öl), Eucalp­tus­öl, Sal­bei, Cam­pher oder gerei­nig­te Ter­pen­tin­öl­bä­der durch­ge­führt wer­den, gehö­ren jedoch unbe­dingt die Moor­bä­der. Denn “Pflan­zen und Torf ist gemein­sam, dass sie Viel­stoff­ge­mi­sche sind”, sag­te Beer. Viel­stoff­ge­mi­sche bedeu­tet, dass nicht nur ein wirk­sa­mer, heil­sa­mer Stoff in einer Pflan­ze ent­hal­ten ist, son­dern vie­le unter­schied­li­che. Die Viel­stoff­ge­mi­sche stel­len für die Wis­sen­schaft eine beson­de­re Schwie­rig­keit dar, denn sind ein oder meh­re­re Wirk­stof­fe her­aus­ge­fun­den und zuge­ord­net wor­den, muss dies noch lan­ge nicht heis­sen, dass sie z.B. genau die­se ver­ant­wort­lich für die the­ra­peu­tisch hei­len­den Wir­kun­gen sind. Oft ist es so, dass sowohl die  Zusam­men­set­zung, ihre Ver­mi­schung oder die beson­de­ren Misch-Ver­hält­nis­se der jewei­li­gen Stof­fe, heil­sam sind. Die Erfor­schung von Viel­ge­mi­schen ist teu­er und auf­wän­dig, wes­halb die Pflan­zen wahr­schein­lich vie­le ihrer Geheim­nis­se auch zukünf­tig wah­ren wer­den. In den USA gibt die Regie­rung Mil­lio­nen für die Erfor­schung kom­ple­men­tä­rer Metho­den aus (wozu auch die Phy­to­the­ra­pie gehört). Die deut­sche Regie­rung nicht, was höchst ver­wun­der­lich ist, denn Deutsch­land wur­de frü­her als das Mut­ter­land der Pflan­zen­heil­kun­de (Phy­to­the­ra­pie) bezeich­net.

Bezüg­lich der Moor­bä­der haben sich (den­noch) neue­re wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se  erge­ben, die auf­zei­gen, dass Moor­bä­der dem direk­ten Umfeld der Pflan­zen­heil­kun­de zuge­ord­net wer­den müs­sen. For­scher fan­den z.B. her­aus,  dass die ver­schie­de­nen Torf­ar­ten ähn­lich wie unter­schied­li­che Heil­pflan­zen ganz unter­schied­lich wir­ken oder ein­ge­setzt wer­den müs­sen. Je nach­dem aus wel­chen Heil­pflan­zen z.B. ein Torf haupt­säch­lich zusam­men­ge­setzt ist — wird die Wir­kung sein. All­ge­mein kann gesagt wer­den oder ist auch schon län­ger bekannt, dass die ver­schie­de­nen Torf­zu­sam­men­set­zun­gen  unter ande­rem anti­bak­te­ri­el­le, anti­vi­ra­le Wir­kun­gen oder Wir­kun­gen auf das Atmungs­sys­tem oder Schmerz­ver­min­de­rung haben kön­nen.

Quel­le: Beer A-M: Phy­to­the­ra­pie und Prä­ven­ti­on. zaen­ma­ga­zin 2/14, S. 26 ff. ZAEN e.V, Freu­den­stadt 2014.

 

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