Schinus molle: Falscher Pfeffer

25. Januar 2012
Schinus molle: Falscher Pfeffer - Früchte

Schi­nus mol­le: Fal­scher Pfef­fer — Früch­te

Schi­nus mol­le wird bei uns fal­scher Pfef­fer genannt. Der fal­sche Pfef­fer ist Bestand­teil vie­ler “bun­ter Pfef­fer­mi­schun­gen”. Die Früch­te  wer­den getrock­net und brin­gen die rosa Far­be in die Mischun­gen. Tat­säch­lich ist es aber über­haupt kein Pfef­fer.

Ich ent­deck­te einen Schi­nus-Mol­le-Baum eher zufäl­lig in einem pri­vat ange­leg­ten Gar­ten auf Tene­rif­fa. Ich konn­te mein Glück kaum fas­sen: Schließ­lich bin ich schon lan­ge auf der Suche nach die­sem Baum. Bis­her habe ich ihn in kei­nem der Glas­häu­ser der bota­ni­schen Gär­ten ent­de­cken kön­nen. Das Tol­le an Tene­rif­fa ist, dass sich beim Her­um­strei­fen immer wie­der bota­ni­sche, klei­ne Über­ra­schun­gen erge­ben. Denn die Insel wur­de im 18. Jahr­hun­dert dazu ver­wen­det, tro­pi­sche Pflan­zen aus den Kolo­ni­en oder Über­see anzu­sie­deln. Der König Juan Car­los II liess dazu extra einen bota­ni­schen Gar­ten anle­gen. Über die Jahr­hun­der­te sie­del­ten sich vie­le Pflan­zen außer­halb des Gar­tens an. Sie wach­sen auch wild. So gibt es mitt­ler­wei­le Pflan­zen auf Tene­rif­fa zu bewun­dern, die wir eigent­lich nur aus Gewächs­häu­sern ken­nen. Oder die wir müh­sam als Zim­mer­pflan­zen hegen und pfle­gen. Die Ben­ja­mi­nis bei­spiels­wei­se, die bei uns unter guten Licht­be­din­gun­gen schön wach­sen, ste­hen in ver­schie­den Städ­ten Tene­rif­fas als rie­si­ge, pracht­vol­le Stra­ßen­bäu­me her­um — sehr beein­dru­ckend.

Beim Schi­nus mol­le han­delt es sich ein süd­ame­ri­ka­ni­sches Sum­ach­ge­wächs aus der Fami­lie der Ana­car­diacea. Die getrock­ne­ten Früch­te gelan­gen nur wegen der Far­be in unse­re Pfef­fer­mi­schun­gen. Geschmack oder Wir­kung haben sie kei­ne. Alles zu ech­tem Pfef­fer, sei­ner müh­sa­men Ver­ar­bei­tung und Geschich­te gibt es hier.

Schinus molle - Baum

Schi­nus mol­le — Baum

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6 Kommentare zu „Schinus molle: Falscher Pfeffer“

  1. jobo sagt:

    ich habe den baum in syri­en endekt,und samen mitgebracht,eingsät und einen baum von
    1m gezougen.meine fra­ge, wür­de er das deut­sche kli­ma über­le­ben wenn wen ich ihn ins
    frei­land aus­pflant­ze ?

  2. Marion Kaden sagt:

    ich glau­be nicht, dass sich der Baum bei uns wohl fühlt. Er braucht ein­deu­tig ande­res Licht, ande­re Tem­pe­ra­tu­ren. Der Samen, wenn er denn auf­geht, wird nur mit viel Sorg­falt und bestimmt nur mit extra Lam­pen im Win­ter etwas wer­den. Ich weiss nicht ob sich das lohnt?

  3. Jens Wagner sagt:

    Schi­nus mol­le zufäl­lig im pri­va­ten Gar­ten auf Tene­rif­fa ent­deckt? Da hät­te es ande­re Mög­lich­kei­ten gege­ben. Der Baum wächst als nor­ma­ler Stra­ßen­baum an vie­len Stel­len z. B. in Tene­rif­fas Haupt­stadt San­ta Cruz, dar­über hin­aus an vie­len Stel­len der Insel. Auf La Gome­ra ist er eben­falls häu­fig zu fin­den. Aber nicht nur dort, auch wei­ter nörd­lich. Im Früh­jahr ent­deck­te ich Schi­nus mol­le als gro­ßen Allee­baum in Men­ton in Süd­frank­reich — glei­cher wun­der­ba­rer Pfef­fer­duft, glei­che Erschei­nung.

  4. Kamillo sagt:

    Wir ken­ne in einer Fin­ca in Anda­lu­si­en 2 Pfef­fer­bäu­me. Einer ist schon über 20 Jah­re alt und bekommt nur sel­ten ver­ein­zel­te Bee­ren. Der ande­re wur­de vor ca. 8 Jah­ren in einer Gärt­ne­rei mit Bee­ren gekauft und bekommt jedes Jahr wie­der Bee­ren. War­um der älte­re Baum kei­ne Bee­ren bekomm,t ist nicht bekannt. Zur Blü­te­zeit sum­men vie­le Bie­nen drin rum, aber die Blü­ten­ris­pen fal­len doch immer unbe­fruch­tet ab. In einer ande­ren Fin­ca gibt es eine Alle von ca 8 Bäu­men, von denen nur 2 regel­mä­ßig Bee­ren brin­gen, die ande­ren nie.

  5. Sebamed sagt:

    Wir haben auf einer neu gestal­te­ten Rast­stät­te an der A10 in (West)Ligurien meh­re­re Bäu­me gese­hen, deren Früch­te genau so scharf wie die des Gewürz­pfef­fers schmeck­ten.

  6. Waldemar Hoffmann sagt:

    Den Bei­trag über Schi­nus Mol­le habe ich gele­sen. Im Gegen­satz zur Autor­mei­nung erge­ben die roten Früch­te sehr fein gehackt eine sehr aro­ma­ti­sche, wür­zi­ge Pfef­fer­no­te. Eine Berei­che­rung für vie­le Spei­sen.