Kaffee mit Gewürzen — Gewürzkaffee selbermachen

5. November 2015
Filterkaffee mit ein paar Gramm Zimt

Fil­ter­kaf­fee mit ein paar Gramm Zimt

Die Idee, Kaf­fee mit Gewür­zen zu ver­edeln, ist ein alter Hut. Er wur­de auf­ge­grif­fen und moder­ni­siert von Ket­ten wie Star­bucks und Co.  Die Aus­wahl an Bei­mi­schun­gen ist bei den Ket­ten oft über­wäl­ti­gend — da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ein Gewürz­kaf­fee aus eige­ner Küche ist aller­dings eine ande­re Sache.

Bei­spiels­wei­se besteht Kon­trol­le über die Zuta­ten. Das ist bei sol­chen gro­ßen Ket­ten nicht der Fall. Ohne­hin stellt sich die Fra­ge: Sind da ech­te Gewür­ze drin oder Aro­men? Auf­grund des mas­sen­haf­ten Ver­brau­ches, der Form der Bei­men­gung ist zu ver­mu­ten, dass es sich um Aro­men han­delt: Sie rie­chen und schme­cken wie Gewür­ze, sind aber nicht echt. Gewür­ze ent­fal­ten jedoch auf­grund ihres Dufts, ihrer Inhalt­stof­fe, die oft aus Viel­stoff­ge­mi­schen bestehen, ihre wohl­tä­ti­ge (heil­sa­me) Wir­kung — Kör­per und See­le las­sen sich da nicht täu­schen.

Auch kann eine Kaf­fee­ge­würz­mi­schung zuhau­se nach den eige­nen Vor­lie­ben gestal­tet wer­den — das ermög­li­chen die Ket­ten auf­grund des Ange­bots zwar häu­fig auch — nur ist es natür­lich etwas völ­lig ande­res, dies selbst aus­zu­pro­bie­ren.

Für einen Gewürz­kaf­fee bil­det der gute alte Fil­ter­kaf­fee die Grund­la­ge. Er erlebt gera­de eine Renais­sance, denn für man­che Kaf­fee­trin­ker ist das DER Gour­met-Kaf­fee. Zum (frisch) gemah­le­nen Kaf­fee wer­den also in die Fil­ter­tü­te (frisch) gemah­le­ne Gewür­ze wie Zimt, Kar­do­mom, Vanil­le gege­ben — die Klas­si­ker, die auch aus der Weih­nachts­bä­cke­rei bekannt sind. Je fri­scher Kaf­fee und Gewür­ze, des­to aro­ma­ti­scher und wir­kungs­vol­ler.

Welch’ eine Vor­freu­de kann sich da allein schon auf­grund der Düf­te ent­wi­ckeln! Kaf­fee­duft allein ist schon inten­siv und nun kom­men z.B. Zimt oder Vanil­le hin­zu — bei­des duft­star­ke, anre­gen­de Gewür­ze. Gewürz­kaf­fee kann noch ande­re Akzen­te haben: Ein wenig Pfef­fer, Schwarz­küm­mel oder Piment — eben­falls gemah­len — gibt dem Gewürz­kaf­fee eine pfeff­rig-freu­ri­ge Note.

Das A und O beim Aus­pro­bie­ren ist zunächst mit einem, höchs­tens zwei Gewür­zen zu begin­nen: Zimt/Vanille oder Pfef­fer. Auch in der Dosie­rung emp­fiehlt sich zunächst eine vor­sich­ti­ge Vari­an­te, die bei Bedarf gestei­gert wird (Foto: Ein paar Gramm Zimt, die­ser reicht aus, dem Kaf­fee eine leich­te Zimt­no­te zu ver­lei­hen, die durch Milch inter­es­san­ter­wei­se noch ange­ho­ben wird). Es wäre doch scha­de, die Expe­ri­men­tier­freu­de gleich durch extre­me Geschmacks­no­ten zu ver­der­ben. Auch hier gilt oft wie­der: Weni­ger ist mehr.

Nicht zuletzt: Kaf­fee und Gewür­ze sind per se wert­voll. Sie sind kost­bar — genau wie im Mit­tel­al­ter als z.B. Pfef­fer, Zimt mit Gold auf­ge­wo­gen wur­den. Lei­der hat die Glo­ba­li­sie­rung dazu geführt, dass wir gewohnt sind sämt­li­che Roh­stof­fe der Welt zu bezahl­ba­ren Prei­sen zu erhal­ten. Und dass, obwohl sich die Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se in den Kaf­fee-, Tee- oder Gewür­ze-pro­du­zie­ren­den Län­dern kaum ver­än­dert haben: Die Ern­te von Kaf­fee, Tee, Nel­ken oder Zimt bei­spiels­wei­se ist mit der Hän­de Arbeit  vie­ler Men­schen ver­bun­den, die jedoch kaum davon leben kön­nen. Es wäre schön, wenn wir zurück­keh­ren könn­ten zu dem, was die­se Pro­duk­te uns wirk­lich brin­gen: Luxus — exo­ti­sche Düf­te und Genüs­se der wei­ten Welt und ihren unglaub­li­chen Kost­bar­kei­ten.

Mehr:

Kaf­fee: Trend­ge­tränk

Chi­ne­si­scher Zimt Mono­gra­phie

Vanil­le: Heil­pflan­ze der Azte­ken

 

 

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2 Kommentare zu „Kaffee mit Gewürzen — Gewürzkaffee selbermachen“

  1. franz sagt:

    die deut­sche Umwelt­hil­fe hat dar­auf hin­ge­wie­sen, dass mit die Zahl der weg­ge­wor­fe­nen Cof­fee-to-go-Bechern ein ech­tes Pro­blem sind. In DE wer­den jähr­lich mehr als 2,8 Mil­li­ar­den Cof­fee-to-go-Bechern ver­braucht. Das ist eine gigan­ti­sche Res­sour­cen­ver­schwen­dung! Ton­nen von Holz, Kunst­stof­fe und Mil­lar­den Liter von Was­ser wer­den zur Her­stel­lung benö­tigt.

    Es ist also nicht schick, andau­ernd die­se Ein­weg­be­cher zu benut­zen. Sie ver­schmut­zen außer­dem Stra­ßen und die Natur, weil vie­le Käu­fer sich nicht gera­de um die rich­ti­ge Ent­sor­gung bemü­hen. Anstatt den Kaf­fee im Galopp zu trin­ken, gäbe es eine Alter­na­ti­ve. Näm­lich in Ruhe zuhau­se Kaf­fee oder Tee zu trin­ken, so wie das frü­her auch üblich war. Ist auch bil­li­ger. Ich ver­ste­he immer nicht, war­um sich Leu­te einen Tee für 3.50 leis­ten. Dafür bekommt man doch schon eine gan­ze Packung guten Tee? Die To-Go-Ära soll­te bei Umwelt­be­wuß­ten vor­bei sein.

  2. Lene sagt:

    die Deut­schen pro­du­zie­ren ins­ge­samt mehr Müll. Das hängt nicht nur mit den Papp­be­chern zusam­men. Alles aber auch alles in in Plas­tik ver­packt. Die gan­zen Dis­coun­ter pro­du­zie­ren beson­ders viel Müll weil Wurst, Obst, sämt­li­che Ware in Plas­tik­scha­len und dadrü­ber mit Folie bedeckt sind oder gleich alles auf­wän­digst ver­schweißt ist in Plas­tik. Ich habe mir ange­wöhnt, Obst und Gemü­se auf Märk­ten zu kau­fen, aber selbst da kriegst du kei­ne Papier­tü­ten mehr son­dern Plas­tik­ta­schen. Und sieh dir mal die Ange­bo­te bei Bäckern oder den klei­nen Läden an oder auch in den Bio­lä­den. Gesun­de Sala­te sind in Plas­tik ver­packt, selbst­ge­mach­te Frucht­jo­ghurts, Früch­te­quark auch hier jede Men­ge Plas­tik. Das hängt damit zusam­men, dass die wenigs­ten sich die Mühe machen, selbst zuhau­se was zu fer­ti­gen. Klar kannst du auch dei­nen Quark sel­ber machen, aber dazu musst du ein­kau­fen, Früch­te schnip­peln, der Rest bleibt lie­gen. So kau­fen die Leu­te kurz das was sie wol­len, spa­ren sich die Arbeit und haben zuhau­se kein Obst oder Gemü­se rum­lie­gen, was sie dann sowie­so irgend­wann weg­schmeis­sen weil sie kei­ne Zeit haben. Wir leben in einer Weg­werf­ge­sell­schaft. Schau dir doch an, wie­viel Obst und Gemü­se, Lebens­mit­tel über­haupt weg­ge­wor­fen wer­den. Lebens­mit­tel haben kei­nen Wert mehr und das was wir essen, essen wir aus Plas­tik. Irgend­wann habe ich mal ne inter­es­san­te The­se gele­sen über die Römer. Die haben näm­lich aus Zinn­ge­schir­ren geges­sen und getrun­ken. Das hat sie lang­sam aber sicher ver­blö­det und ver­gif­tet. Wer weiss bei uns wird es viel­leicht Plas­tik sein????